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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
186
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Igg Quellströme.

senland von 4030lHMeilen von so großer Bedeutung für Naturund Geschichte von ganz Mitteleuropa .

Dieselbe» Grundverhältnisse wiederholen sich bei allen Strom-shstemen und Stufenländern der Erde, wo sie in den hydrogra-phischen kolossalen Gestaltuugen noch viel einflußreicher, ja nach ?den progressiven oder regressiven Summen dieser verschiedenartigenTheilverhältnisse hervortreten.

Aber auch damit ist die Charakteristik dieser wundervollenNaturform des Stufenlandes und seines Stromshstems auf demErdenrund keineswegs erschöpft. Die Mannigfaltigkeit ihrer Er-scheinungen hat es bewirkt, daß ihre einheitliche Selbständigkeitin der Plastik des Erdballs bisher von den Geographen als einorganisches Naturganzes von so vielen Individualitäten fast ganzübersehen wurde. Die trocknen linearischen Elemente ihrer Zeich-nungen auf deu Landkarten haben den Sinn für Betrachtungihrer lebendigen organischen Verhältnisse abgestumpft. Sie müssen ^specieller, genauer in ihren wesentlichen Verhältnissen erforschtund mehr monographisch beschrieben werden, als dies noch bishergeschehen ist.

Wir berühren nur uoch einige bisher ebenfalls übergangeneVerhältnisse dieser hydrographischen lebendigen Gestaltungen auf ?der Erdoberfläche.

Der Strom ist eine Einheit; die meisten Ströme haben nnreine Hauptrinne als letztes Ziel ihrer Fällthätigkeit. AndereStröme können doppelte Rinnen haben, die sich um den Vorrangstreiten. Sind sie nur theilweise verdoppelt und fließen sie schonim obern oder mittlern Laufe zu einer einzigen Hauptrinne zu- ,sammen, so kann man sie etwa ebenbürtige Quellströme desganzen Systems nennen. So z. B. Donan und Jnn, gleich lang,gleich groß. Rhone und Saone, Wolga und Kama, Missouri und Missisippi, Blauer und Weißer Nil, Ganga und Iumna.Oder drei ebenbürtige: Vorder-, Mittel-, Hinterrhein ; UcayiUe,