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Donaustufenland.
germanischen Völker hielt der Strom erst physisch auseinander,später begünstigte sein Stufenland ihre gegenseitige Civilisation undihre politische Vereinigung; als diese auseinander gegangen war,den höheren geistigen Verband zwischen dem Westen und Ostenvon Europa .
Das große Stufcnland des Donaustroms ist dagegen demMorgenlande zugekehrt und gewann daher bis in das Herz vonMitteleuropa eine ganz andre Bedeutung, obwohl von seinen doppel-artigen Quellströmen die Donau bis dicht zum Rheiugebiet reicht,der Jnn sich aus dem innersten Hochgebirge mit den Rhein-quellen aus dem Graubündner Lande entspinnt. Da von denkaspischcn und Pontischen Gestaden durch die sarmatisch-thracischenLandschaften, ans dem Osten der größere Theil der Völkerwande-rungen für Westeuropa ausgingen, so bezeichnen auch die großenuntern Donaustufeu die Völkerbahu, auf welchen nach und nachdie Einwanderung in vorhistorischen Zeiten nach Mitteleuropa ge-schehen konnte. Die Keltenvölker wurden noch mit Teutonen vonden Römern in der Periode vorchristlicher Zeitrechnung in demobern Stufeulaude der Donau, iu Noricum , Vindelicien, inBaiern und Schwaben angetroffen. Wie viele andre Völkerdurch sie schon früher gegen den Westen vorgeschoben sein mochten,ist uns unbekaunt geblieben. Dasselbe Schicksal traf sie seit denMithridatischen Zeiten mit den Hunnischen, Gothischen Eindring-lingen und ihren Stammverwandten, die meist der Donanstraßefolgten um über Eis- und Transalpinien, wie über ganz Süd-nnd Mitteldeutschland sich zu verbreiten. Daß diesen wiederumslawische, ungarische, türkische Stämme ans derselben nachgefolgtsind ist bekannt.
Alle großen Stnfenländcr nnd Stromshstemc haben ähnlicheFunctionen im Laufe der Weltgeschichte ausgeübt. Allen großenNaturtypcn ist überhaupt im großen Erziehungshause des Planeten