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Küstencultur macht an einzelnen begünstigteren Stellen des Erd-theils in schmalen Säumen hiervon eine geringe Ausnahme, undauch diese ist meist nur durch Ansatz und Auslug von außen her-vorgerufen.
Asien, der Orieut, ist ganz verschieden von Afrika . Nachdrei Seiten ist es ganz vom Meere umschlossen, von Süd, vonOst und von Nord, an der vierten Seite gegen West nur theil-weise (über 300 Meilen). Gegen Westen steht es mit Afrika zwarnur in unbedeutender contiueutaler Verbindung; mit Europa abermacht es noch einen gemeinsamen Stamm aus, so daß mandiesen Erdtheil fast nur eine halbinselartige Fortsetzung des AltenContinents nennen könnte. Also ist Europa , der Occident, vielweniger von seinem Orient gesondert, als Afrika , der Süden derAlten Welt. Daher schon der weltgeschichtliche Uebergriff Asiens in diesen mit ihm verwachsenen Nachbarerdtheil ein ganz andrer;daher die durchgehend größere Verwandtschaft ihrer Populationenin körperlicher uud geistiger Hinsicht, als mit dem libyschen Nachbar.
Zu dieser Contourform der in ziemlich' analogen Längen undBreiten sich ausdehnenden horizontalen Dimension in mehr tra-pezoidischer Form kommt ein ganz neues Verhältniß hinzu, das demAfrikanischen Süden fehlt. Den natürlich von allen Seiten tiefeindringenden Buchten und Golfen entspricht das weit vorsprin-gende Auslaufen seiner Ost- und Südküsten, oft in große aus-laufende Landzungen und Halbinseln, in maritime Vorländer, wassich anch theilweise noch gegen West und Nord wiederholt. Diesesind als mehr oder weniger getrennte Glieder des Hauptkörpersoder compacten Stammes von Asien zu betrachten.
Oestliche Glieder: das Tschuktschische Vorland, die HalbinselKamtschatka , die Halbinsel Korea, das Chinesische Vorland. Süd-liche Glieder: die Halbinsel Hinterindiens mit Tonkin, Siam,Malakka und Birma; die Halbinsel Vorderindiens oder Dekan,die Halbinsel Arabien . Westliches Glied: die Halbinsel Klein-