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Afrikanische Inseln.
gruppe im Südwesten des Atlasgebirges hätte davon eine Aus-nahme machen können, sowie an der Südostseite von Mozambique die große Insel Madagaskar . Aber die Gruppe der neun Ca-narien ist verhältnißmäßig doch nur sehr klein (in Summa nur139 lUMeilen) gegen den großen Continent; viel zu klein, umeine größere Bevölkerung Herbergen zu können; auch liegt sie durchuugünstige Strömungen abgesondert ohne allen Contact mit demContinente, auf desseu Nachbarküste sie niemals bereichernd zurück-wirken konnte. In noch ungüustigerm Verhältniß für den Erd-theil stehen die Capverdische Inselgruppe (80 ^Meilen), St. Helenaund Ascension, und am Ostgestade im Indischen Meere die zer-streuten kleineu Inselgruppen der Comoreu, Amiranten und Sey-chellen, die mit allen zugehörigen Klippen keine 150 ^Meileneinnehmen, und Sokotora (80 UWeilen). Nur die Insel Mada-gaskar wäre groß genug (über 10,000 HZMeilen), um Afrika bereichern zu können, wenn sie dem Erdtheile wirklich näher an-gehörte. Aber sie ist gesondert von der ihr gegenüberliegendenMozambique-Küste durch die gefahrvolle Mozambique -Straße;daher beide, Coutiuent und Insel, fast außer aller Verbindunggeblieben, von ganz verschiedenartigen Populationen bevölkert sind,zwischen denen fast kein gegenseitiger Austausch ihrer Gaben statt-finden konnte. Madagaskar ist daher nur scheinbar, nach bloßerLandkartenansicht, eine Nachbarinsel Ostafrikas , in Wahrheit aber(d. h. in der lebendigen Ansicht der tellurischen Gesammtverhält-nisse) eine atlantische Insel des Indischen Oceans, welche durchBewegungs- und Strömuugsverhältnisse dieses Mcerbassins demMalahen-Archipel Südostasiens mehr zugehört, als dem afrika-nischen Festlande.
Ganz anders die Inselbildung Asiens . Die Ost- und Süd-küsten zumal sind ganz besonders durch den übergroßen Reichthumder vorliegenden Küsteninseln ausgezeichnet. Man könnte sagen,was Afrika zu wenig erhielt, ward hier in Unzahl aufgehäuft.