Afrikanische Inseln,
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Daher die Möglichkeit fortschreitender verwandtschaftlicherVerhältnisse sder bestehenden Trennung ungeachtet) zwischen dengesonderten Gliederungen, so daß die vegetativen, animalen undVölker-Verhältnisse hier nicht in Gegensätzen hervortreten; viel-mehr analoge Boden- und Völkerculturen in Lebensunterhalt,Gewerbe und Sitte sich ohne Schwierigkeit entwickeln konnten.Ganz anders wäre die Erscheinung gewesen, wenn das SüdendeEnglands so gebildet gewesen wäre, wie sein Nordende, das schot-tische Hochlandsgebirge. Statt Harmonie wäre Abstoßung undWiderstreit an die Stelle der Vermittlung getreten, die überallbei Europas Gestaltung charakteristisch auch für seine ethnographi-schen Verhältnisse hervortritt.
Diese Auszeichnung Europas durch seine Jnselbildung warfrüher ganz übersehen, oder doch ihres Gesammteinflusses willenauf den inhaltreichen Entwickelungsgang seiner Völkerverhältnissenicht in dem Maße ein Gegenstand der Beachtung gewesen, diesie nothwendig im Vergleich mit den Inselbildungen anderer Erd-theile erheischt.
So hat Afrika keine oceanischen Erweiterungen durch Ge-stadeinseln erlangt. Wie es arm ist an allen Küstenformen, soist es anch arm geblieben an Nachbarinseln. Nur wenige, unbe-deutende Küsteninseln, die nicht einmal in einem bestimmten nach-zuweisenden Bodenverhältniß mit der Küstenbildung stehen, wiedies doch bei andern Erdtheilen vorzugsweise der Fall ist, findensich vor. Die im Atlantischen und Äthiopischen Meere sporadischzerstreuten Inseln sind fast ausschließlich Producte unterirdischercyclopischer Gewalten, also ganz verschieden von den Kalk- undSandsteinformationen der Gestade ihres Festlandes. Daher keineVerwandtschaft der Natur- und der Völkerverhältnisse und Zu-stände; kein reges phhsikalisches oder historisches Leben wurdedurch diese Inseln um die ^hne das schwerzngänglichen Küstendes afrikanischen Festlandes verbreitet. Nur die Canarische Insel-