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Die Neue Welt.
Amerika ist in seiner Mitte durch ein mittelländisches Meer,das Mexikanische oder Antillen-Meer, in einen doppelten, nörd-lichen nnd südlichen Continent verwandelt; beide von gleichkolossalen Räumen, doch der südliche um fast 100,000 ^Meilenkleiner als der nördliche (Nordamerika 413,477 mMeilen, Süd-amerika 323,008, beide Continente von Amerika 736,485 UMeilen).Das Coutincntale von beiden, oder ihr Znsammenhang, besteht iudein vielgcstalteten gegen Süden immer schmaler zulaufenden Isth-mus (Centralamerika mit 9,244 ^Meilen).
Das doppelte nördliche uud südliche Coutiueut ist aber demMaterials des Isthmus nach zwar mit einander verbunden, aberin formaler Hinsicht und dem Verkehr nach vielmehr von einan-der geschieden. Denn seit den drei Jahrhunderten der Entdecknngdenkt der Spanier und der Amerikaner selbst auf eine Durch-brechung oder Durchstechung des Isthmus. Alle CommnuicationNord- und Südamerikas findet zu Wasser, keine zu Lande statt.Auch vor der Schifffahrt der historisch bekannten Zeit scheint dortkein Landweg von Nord nach Süd begangen worden zu sein.Nur auf maritimem Wege wanderte der alte Volksstamm der Ca-riben aus dem Apalachischen Berglande Nordamerikas nach Süd-amerika und den westindischen Inseln ein. Vou den Tolteken undAzteken , den ältesten coutinentalcn Südwanderern aus dem nörd-lichen Amerika , ist uns nur ihr Vorrücken in das Thal von Ana-huac oder nach dem heutigen Mexikanischen Centralamerika bekannt.Von einer Durchwanderung der Landenge weiter südwärts nach Peru weiß wenigstens die Sage uud Geschichte der Iucas nichts, und esist wahrscheinlich, daß sie auf auderm Wege nach Peru gekommen.Der Isthmus scheint niemals die Fnuctiou einer Völkerbrücke fürVölkerwanderungen ausgeübt zu haben, sondern einer Hemmungder Völkerverbindnngen. Das maritime Mittelamcrika, die große