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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen : eine Untersuchung zu den Problemen der Übergangswirtschaft / von Robert Liefmann
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nahezu den dritten Teil der ganzen Wareneinfuhr. Denn diese(ohne Edelmetalle) war 1916/17 2,6 Milliarden Dollars (bei6,3 Milliarden Dollars Ausfuhr).

Seit Juli 1917 scheint sich aber infolge der steigenden Lasten,mit denen Amerika seinen Freunden zu Äilfe kommen muß, einstarker Goldabfluß bemerkbar zu machen, der die Einfuhr weitübertrifft. In den ersten fünf Wochen des Finanzjahres, Juliund August 1917, sollen 73 Millionen Dollars Gold abgeflossen undnur etwa der vierte Teil zugeflossen sein. Seit der Kriegserklärungan Deutschland Anfang April soll die Goldausfuhr 1,5 MilliardenFranken, die Goldeinfuhr aber nur 239 Millionen Franken be-tragen haben.

Deshalb erließ Präsident Wilson , da das Schatzamt durchdiese Goldausfuhr ernstlich beunruhigt sei, eine Verfügung, wo-nach die Ausfuhr von gemünztem und Barrengold von einer be-sonderen Erlaubnis abhängig gemacht wird. Das schon vorhernicht unerhebliche Disagio der amerikanischen Valuta in denneutralen Ländern hat sich daraufhin bedeutend verstärkt. Immer-hin besitzt Amerika noch die ungeheure Summe von 3 MilliardenDollars in Gold, wovon ihm e>was über 1 Milliarde Dollarswährend des Krieges zugeflossen sind, während der Abflußseit dem Kriege mit Deutschland etwa 399 Millionen Dollarsbeträgt.

Am die Lirsachen der wachsenden Goldabflüsse festzustellen,wurde in den Vereinigten Staaten eine Antersuchungskommissioneingesetzt. Amgekehrt soll in Japan erwogen werden, wie mandem vielen Goldzufluß entgegenwirken könne (^be Lratist, vom18. und 25. August 1917). Die Nationalbank von Kopenhagen hat die Österreichisch-ungarische Bank im Sommer 1917 gebeten,ihr statt Gold lieber Waren, vor allem Petroleum und Benzin,zu senden!

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