tallistische, das reale Geld überschätzende Auffassung —, sondernauf ganz anderen Faktoren. Ich habe nur behauptet und haltedaran fest, daß wenn die Benutzung des Goldes zu monetärenZwecken eingeschränkt und besonders das nur den Goldproduktions-ländern nützliche Institut der freien Prägung abgeschafft wird,der Preis des Goldes stark sinken würde und ein großer Teil derGoldproduktion nicht mehr rentieren würde. Das aber würdeEngland , das in seinen Besitzungen ungefähr zwei Drittel derheutigen Goldproduktion der Welt gewinnt, einen sehr schwerenSchlag versetzen.
Die Stellung Englands als Weltzahlungsvermittler aber be-ruht auf Amständen, die sich schon sowieso im Weltkriege sehr zuseinen Llngunsten verschoben haben. Englands Anteil am Fracht-raum und an der überseeischen Transportvermittlung ist zugunstender Vereinigten Staaten, Japans , mancher Neutraler und wohlauch Deutschlands gewaltig gesunken, seine Stellung als Welt-bankier und als Gläubigerland nicht minder. Auf dieser Grundlageist es allerdings nicht nur bei uns, sondern auch in allen andere»Ländern eine wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, daß der aus-wärtige Handel nicht alsbald wieder seine alten Gewohnheiten auf-nimmt und englische Banken als Vermittler benützt. Der deutscheExporteur muß sich vielmehr gewöhnen, nicht mehr auf England zu ziehen, der deutsche Importeur, sich nicht mehr mit einem Wechselauf England bezahlen zu lassen. Sie müssen auch ihre auswärtigenGeschäftsfreunde dazu veranlassen. Das mag zunächst ein etwasunbequemes Abgehen von alten Gewohnheiten bedeuten, aberunsere Äandelswelt muß so patriotisch seil,, sich auf diese neuen Ge-sichtspunkte einzustellen, auch wenn der einzelne hier und da anfangsdabei einmal etwas weniger verdient. Konsequentes Befolgen dernationalen Gesichtspunkte ist hier sehr wichtig. Das Kapital hathier einmal die Gelegenheit, die sozialistischen Behauptungen seinesinternationalen Charakters, die nicht immer so ganz unberechtigtsind, durch die Tat zu entkräften.
Dazu ist freilich nötig, daß wir Einrichtungen treffen, um,wenigstens was unseren auswärtigen Handel betrifft, die englischeVermittlung möglichst auszuschalten. Daß Amerika , wie es viel-leicht hofft, dieses Vermittlungsgeschäft ganz an sich reißen werde,ist sehr unwahrscheinlich, um so mehr, je mehr es selbst die Lastendes Krieges zu fühlen bekommt. Einen überwiegenden Mittel-
iiics mann, Die Seldvermehrung im Weltkriege 18' 195