schlage gemacht habe. Aber ich erhielt unter anderem zur Antwort:man glaube nicht, daß eine Beseitigung der Goldwährung alsMaßregel des wirtschaftlichen Kampfes in Betracht komme.Inzwischen sind nun ähnliche Vorschläge, wie ich sie mache, vonF. Bendixen in seiner sehr lesenswerten Schrift: „Währungs-politik und Geldtheorie im Licht des Weltkrieges",1916, öffentlich vertreten worden, nur ohne die notwendigetheoretische Begründung. Damit fällt aber jedenfalls die Not-wendigkeit hinweg, unsere Vorschläge geheimzuhalten. Auchpraktische Erwägungen verschiedenster Art sprechen dagegen. Waszunächst nottut, ist Aufklärung der Öffentlichkeit über dasWesen des Geldes, Verbreitung des Gedankens, daß der „Wert"unseres Geldes nicht, wie man meist noch annimmt, auf demGolde beruhe, sondern daß auch ganz ungedeckte Zahlungsmittelebensogut ihre Funktion erfüllen können. In den Irrtümernder öffentlichen Meinung, nicht in irgendwelchen sachlichenWiderständen, etwa zu befürchtenden Gegenmaßregeln Englands oder in der Möglichkeit einer Diskreditierung unseres Geldes imAuslande, liegen allein die Schwierigkeiten einernützlichen Verwertung unseres Goldbestandes. Denndas Ausland nimmt ja doch nie unser Geld, sondern nur unsereWaren oder Effekten und Forderungen, und wenn es durchausdie Ware Gold haben will, was aber mit zunehmender Einsichtwohl bald aufhören wird, werden wir uns für diesen Zweckimmer genug davon beschaffen können.
Aber im In lande muß dafür gesorgt werden, daß nichtein gedankenloses metallistisches Dogma unsere Rechnungseinheitdiskreditiert für den Fall, daß einmal nicht mehr ein großerGoldbestand hinter den staatlichen Zahlungsmitteln steht. Dasist aber auch nicht allzuschwer zu verhindern. Daß unser Papier-geld nicht nur der Golddeckung wegen genommen wird, zeigenunsere Reichs- und Darlehnskassenscheine. Vor allem muß dafürgesorgt werden, daß nicht wie bisher bloße Meinungen undBehauptungen, die auf die Goldwährung eingeschworen sind,in der Erörterung geldpolitischer Fragen das große Wort führenund den Ausschlag geben. Wer daher nicht die theoretischenGrundlagen dieser Schrift kritisieren kann, der möge lieberganz über sie schweigen. Das gilt sowohl für manche Leute, diebisher glaubten, ein gutes Werk zu tun, wenn sie blindlings die16