mentlich auch über den für die Geldtheorie entscheidenden Kosten-begriff, beabsichtige ich in dem ersten Bande meiner „Grundsätzeder Volkswirtschaftslehre" zu bringen. Meine mit der Geldlehrein engster Beziehung stehende Kapitaltheorie findet derLeser in dem Aufsatze „Kapital und Kapitalismus " in der„Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft", 1917. Die Geld-lehre steht natürlich im allerengsten Zusammenhang mit der Preis-und Einkommenslehre, und daß das Geld heute noch ein „un-gelöstes Rätsel" ist, beruht zu einem großen Teil darauf, daßeine wirkliche Preistheorie, welche die Preisbildung unter dentatsächlichen Voraussetzungen des heutigen Wirtschaftslebens er-klärt, bisher nicht existiert. Ich kann für die Erklärung desPreises einstweilen nur auf meinen großen Aufsatz im „Archiv fürSozialwissenschaft und Sozialpolitik", 1912, Band 34, „Die Ent-stehung des Preises aus subjektiven Wertschätzungen",verweisen und auf den ebendort im Jahrgang 1915, Band 41,befindlichen Aufsatz „Konkurrenz und Monopoltheorie",der die Verbindung der Preis- mit der Einkommenslehre be-handelt. Die ganze Preis- und Einkommenslehre soll systematischim zweiten Bande meiner „Grundsätze" veröffentlicht werden, der,da er schon weiter vorgeschritten ist als der erste, wie ich hoffe,bald nach jenem veröffentlicht werden kann.
Aus allen meinen theoretischen Arbeiten fasse ich das für diefolgenden Untersuchungen über das Geld Unerläßliche möglichstkurz folgendermaßen zusammen. Nach meiner Auffassung istwirtschaften nicht gleichbedeutend mit produzieren, mit„Sachgüt erbe schaff ung", wie die bisherige Theorie immerannahm, es ist keine technische Tätigkeit, nicht „Überwindungder Knappheit an Gegenständen der äußeren Natur", sondernes ist etwas Psychisches, eine Art von Erwägungen, näm-lich ein Vergleichen von Lust- und Anlustgefühlen. Dasmuß streng festgehalten werden. Aber nicht jedes Vergleichenvon Lust- und Anlustgefühlen, das vielmehr bei allen menschlichenHandlungen vorkommt, nennen wir Wirtschaft. Davon sprechenwir vielmehr nur, wenn mehrere erstrebte Lustgefühle, Genüsse,mit den zu ihrer Erlangung aufzuwendenden Anlustgefüylen,Opfern, verglichen werden und der Mensch vor die Frage ge-
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