schaftlichen Erscheinungen zu erklären. Ich kaufe nicht ein Gut für20 M., weil ich es gleich 20 M. schätze, sondern jeder bezahltso lange 20 M. für irgendein Gut, als dies das höchstgeschätzteGut ist, das er im Rahmen seiner gesamten Bedürfnisse undaller für sie aufzuwendenden Kosten noch mit dem Teil seinesEinkommens, den 20 M. ausmachen, kaufen kann. Die Schätzungder Genußgüter, die er sich für 20 M. kaufen kann, ist eben beijedem einzelnen Gut ganz verschieden, rein individuell, und erhältkeinen äußerlichen Ausdruck.
Das Geld ist also nicht einmal individuelles Ver-gleichungsmittel für die Wertschätzungen der Güter, geschweige denn„soziales Vergleichungsmittel" (Amonn), wie man bisherimmer glaubte, dazu dienend, die Wertschätzungen verschiedenerMenschen zu vergleichen. Es kann beides nicht sein, weil es einenäußeren Maßstab für subjektive Wertschätzungen überhaupt nichtgeben kann, weder für Wertschätzungen einer und derselben Person,geschweige denn für die Wertschätzungen verschiedener Personen.Das Geld ist allgemeine Kosteneinheit sowohl in dem Sinne,daß der einzelne Wirtschafter alle seine erstrebten Nutzen daranvergleicht, als auch in dem Sinne, daß alle in den Tausch-verkehr verflochtenen Wirtschafter so verfahren. Da aber dieKosten, in deren Vergleichung mit den Nutzen das Wesen desWirtschaftens besteht, ebensowenig quantitativ als eine Güter-menge, sondern ebenso psychisch aufzufassen sind wie diese, so istauch die Geldform der Kostengüter, wenigstens in der Konsum-Wirtschaft, immer nur psychisch zu betrachten.
Das Geld dient also nicht dazu, Nutzen und Kosten miteinanderzu vergleichen. Es ist kein tertium comparationis, sondern es istselbst eine Art von Kosten, genau wie Arbeitsmühe. Im Gegensatzzu jedem anderen Vergleichen, wobei man immer ein tertium comps-rgtionis braucht, bedarf es für Gefühle keines solchen — wennman auch für die äußere Meßbarkeit, d. h. für die Meßbarkeitvon Gefühlsäußerungen, künstliche Maßstäbe, Reizbarkeitsmesseru. dgl. schaffen kann. Der Mensch empfindet eben Gefühle ver-schieden Park, und das genügt ihm als Richtschnur für seine Hand-lungen, auch wenn er, wie beim wirtschaftlichen Handeln, ver-schiedene erstrebte Lustempfindungen den dazu aufzuwendendenAnlustempfindungen gegenüberstellt. Daher ist auch die Aufgabedes Geldes als Kostengut nicht, den Nutzen zu messen, sondern
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