werden. And weil man eben mit Geld sich alle Genußgüter be-schaffen kann, deswegen wird es geschätzt, ganz ohne Rücksichtauf den Stoff, aus dem es besteht.
Wenn Diehl weiter fragt: Wenn das Geld Wertvergleichungs-mittel ist, „wie kann man Wert vergleichen, wenn ein tertiumcomparstionis fehlt?" so ist darauf zu sagen: für das psychischeNutzen- und Kostenvergleichen braucht man kein tertium com-pgratioms. — Aber das Geld ist Kosteneinheit, General-nenner der individuellen Kostenschätzungen. Allerdings ist esnicht das sachliche Geld und erst recht nicht nur das aus Edel-metall, sondern es ist die allgemeine Rechnungseinheit,die deswegen, weil alle Preise und Einkommen in ihr kalkuliertwerden, Generalnenner der individuellen Nutzen- und Kosten-vergleichungen wird.*)
And schließlich, gewiß ist es sehr unvollkommen, wennBendixen sagt, das Geld habe selbst keinen Wert, sondern re-präsentiere nur den Wert der übrigen Waren. Aber was sollman dazu sagen, wenn Diehl darauf bemerkt: „So fragen wir,welche Waren sind damit gemeint? Für Geld kann man Getreide,Fahrräder, Stahlfedern, Baumwolle, Stiefelwichse usw. haben.Alle diese Werte sollen also im Werte des Geldes widergespiegeltwerden!" So ruft im zwanzigsten Jahrhundert einer der an-gesehensten deutschen Nationalökonomen aus, als ob es sich gar nichtlohnte, darüber noch zu diskutieren! And doch ist es für den, der auchnnr eine Ahnung von dem tauschwirtschaftlichen Mechanismus hat,eine Selbstverständlichkeit — wenn auch nur mit einer richtigenPreistheorie zu erklären —, daß der „Wert" des Geldes inder Tat alle Preise „widerspiegelt". Denn jene Behauptung istnichts weiter als die unumstößliche Tatsache, die allerdings erst
°") Das Geld ist in keiner Weise tertium compsrgtioms. Bei der Preis-vergleichung nicht, weil es eben doch selbst der Preis ist, das einzige Mittel,die Preise auszudrücken. Bei der Nutzen- und Kostenvergleichung nicht, weiles eben selbst Kostengut ist, als Kosten geschäht wird, wenn es auch nichtletzte Kosten, sondern gewissermaßen nur Kostenersatz ist. Es hat nurden Vorteil, daß es einheitlicher Kostenfaktor — etwas anderessoll die Bezeichnung Generalnenner nicht ausdrücken — ist, bei dem manim Gegensatz zum Kostenfaktor Arbeitsmllhe von einem ziemlich genaubekannten Vorrat, dem Einkommen, ausgehen kann, in dem infolgedessenjede Einheit als Kosten gleich hochgeschätzt wird, eben als Einkommens-quote. Das ist die innerwirtschaftliche Bedeutung des Geldes.
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