Siebentes Kapitel
Die gegenseitige Abhängigkeit der Währungendurch das Gold
on den vielen Fragen des Geldwesens, die durch unsere neueAuffassung des Geldes eine andere Gestalt bekommen undin denen man erst mit ihr klar sehen kann, sei hier eine be-sprochen, über die noch die größten Anklarheiten bestehen. Siezu beseitigen ist eine der wichtigsten Aufgaben, die die ökonomischeTheorie zu erfüllen hat, wenn sie die Frage des zweckmäßigstenWährungssystems erörtern will. Einer der Hauptgründe, die fürden Nutzen der Goldwährung angeführt werden, ist nach derherrschenden Theorie immer der, daß nur mit ihr eine gewisseStabilität des Wertmaßes Geld erreichbar sei, das Geldkönne seine Funktion als „Welt-Wertmesser" nur erfüllen, wennes an das wenig im Wert schwankende und von den wichtigstenÄandelsländern zur Grundlage ihrer Währung gemachte Edel-metall anknüpfe, mit anderen Worten, die Preise — denn dasist der sogenannte Geldwert — seien bei der Goldwährung stabiler.
Am die Frage, ob das richtig ist, zu entscheiden, müssen wirzunächst einmal erkennen, 1. wie denn überhaupt der internationale„Wert" oder Preis des Goldes zustande kommt und 2. wiedurch das Gold alle Goldwährungen der verschiedenen Länder inZusammenhang stehen. Über beides sind, wie wir sehen werden,noch so große Anklarheiten vorhanden — nicht verwunderlich aufGrund der falschen Auffassung des Geldes —, daß es leicht er-klärlich ist, wenn auch die Begründung jener Behauptung von denbesonderen Vorzügen der Goldwährung theoretisch mangelhaftund tatsächlich nicht stichhaltig ist.
1. Wie kommt der Preis des Goldes zustande?
Äber die Frage: Wodurch kommt der Preis des Goldeszustande? soll hier nur das Nötigste gesagt werden. Daß sie über-haupt noch aufgeworfen werden kann, beruht auf dem Mangel138