Goldimporteur will ja nicht Banknoten, sondern er will Waren,mit denen er im eigenen Lande den Ertrag seiner Goldproduktionrealisieren kann, was dort mit der Ware Gold nicht möglich war.
2. Wie stehen alle Goldwährungen in Zusammenhang?
Damit können wir zur zweiten, oben erwähnten Frage über-gehen: Welche Beziehungen werden durch die sreiePrägung zwischen den Goldwährungen verschiedenerLänder geschaffen? Die bisherigen Erörterungen über diesewichtige Frage sind ein typisches Ergebnis der quantitativ-mate-rialistischen Wirtschaftsauffassung und der durch die bisherigeWertlehre hervorgerufenen Konfusion. Man sieht darin nurklar, wenn man die psychische Wirtschaftstheorie konsequent auf dieGeldlehre anwendet. Wie durch unklare Fragestellung und falschetheoretische Grundlagen das Problem verdunkelt wurde, das seizunächst an der Polemik gezeigt, die darüber zwischen K. Äelf-ferich und O. Äeyn geführt wurde. Man hat immer nach der„Abhängigkeit" der verschiedenen Währungen voneinander, diedurch das Gold herbeigeführt werde, gefragt, ohne zu er-kennen, daß alle Preise in der ganzen Welt in Zusammenhangstehen und daß, wenn überhaupt Tauschhandlungen zwischen denWirtschaftssubjekten verschiedener Länder stattfinden, durch denBestimmungsgrund aller Preise, das individuelle Gewinn-streben, auch bei Papierwährung alle Preise von-einander abhängig sind.
Doch lassen wir zunächst Äelfferich sprechen. Er sagt(„Das Geld ", 2. Aufl., S. 5S3): „Die freie Prägung setzt... denWert des gemünzten Goldes in eine feste Verbindung mit demWerte seines Metallgehaltes . .. Der Wert des Goldes in Geld-form kann mithin den Wert des Barrengoldes nur um minimaleDifferenzen übersteigen, während andererseits der Wert der Gold-münzen natürlich nicht geringer sein kann als der Wert des inihnen effektiv enthaltenen Goldes." „Man ist so weit gegangen,zu bestreiken, daß die freie Prägung den Wert des Geldes inAbhängigkeit setze von dem Werte des Geldmetalls, indem manbehauptet hat, der Wert des sogenannten vollwertigen Goldgeldesberuhe ebenso unabhängig von seinem Stoffwerte auf seinerZahlungs- und Kaufkraft, wie etwa der Wert eines uneinlös-142