das Angebot der Erwerbswirtschaften in der Weise zustande,daß für die Grenze des Angebots in jedem Erwerbszweige auchwiederum ein Minimum von Ertrag maßgebend ist, dasseinem Bezieher als Einkommen die durchschnittliche Lebens-haltung ermöglichen muß. Dieses Minimum an Ertrag, dasalso zugleich auch Minimum an Einkommen ist und auf dieDauer nicht unterschritten werden kann, nennen wir tausch-wirtschaftlichen Grenzertrag. Es bestimmt also dasAngebot und den Preis. Alle übrigen Anbieter erzielenhöhere Erträge als den tauschwirtschaftlichen Grenzertrag. Siesind durch die Monopol- und Konkurrenztheorie zu erklären.
Die so zustande gekommenen Preise der Güter können nieals ein objektiver Ausdruck ihres „Wertes" betrachtet werden.Denn einen solchen gibt es nicht. Inwieweit aber können diePreise als ein objektiver Ausdruck der „Kaufkraft" des Geldesbetrachtet werden? Wie wir zeigten, ist die sogenannte Kauf-kraft des Geldes nichts Allgemeines, sondern für jeden Menschenverschieden, einmal entsprechend seinem Einkommen, weil jaüberhaupt nicht das Geld, sondern die Einkommen es sind, diedie Güter kaufen; dann aber auch, weil jeder die Güter, die erkauft, verschieden schätzt. Kann man aber nicht trotzdem, wennauch nicht von einem allgemeinen Ausdruck der „Kaufkraft" desGeldes, die es eben nicht gibt, so doch von einem Ausdruckallgemeiner Veränderungen in der Kaufkraft des Geldessprechen, wenn die Preise vieler oder gar aller Waren gestiegensind? Jede Preiserhöhung einer Ware bedeutet doch für jeden,der sie kauft, eine Veränderung der Kaufkraft seines Einkommensund damit auch des „Geldes" zunächst dieser Ware gegenüber,damit aber auch, theoretisch gesprochen, zugleich allen anderenWaren gegenüber. Wird eine Ware teurer, so hat der Wirt-schafter für alle anderen weniger übrig I
Hoffentlich sieht jeder Leser jetzt klar den Fehler oder, könnteman auch sagen, die Falle, die in dieser Argumentation steckt.Kaufkraft der Einkommen ist eben nicht Kaufkraft des Geldes.Erstere bedeutet etwas Individuelles, weil eben die Einkommenverschieden sind, und daher und weil auch die Bedürfnisse unddas Ergebnis der Nutzen- und Kostenvergleichungen bei jedemMenschen verschieden sind, bedeutet auch der Preis eines Gutesfür jeden Menschen etwas anderes. Also statt von Kaufkraft
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