Währungsänderungen groß war. So haben alle Kriege zu einerstarken Benutzung der Notenpresse geführt, und erst gegen Endedes 19. Jahrhunderts hat man mehr Rücksicht auf das inländischeGeldwesen genommen, wenn es darauf ankam, Kriege zu finanzieren.Das gilt vor allem für die große Ausgaben Englands im Buren-kriege.
Aber heute noch, im Weltkriege, sind die allerdings gegenfrüher ins Angeheure gestiegenen Kriegsausgaben überall nochzu einem ansehnlichen Teile mit Äilfe der Notenbanken auf-gebracht worden. Nur beachtet man heute mehr als früher dieDeckungsvorschriften, durch die man einerseits einer zu großenVermehrung der Noten Schranken anzulegen, andererseits ihren„Wert" durch die Verknüpfung mit dem Golde und, soweit diesesnicht ausreicht, durch Deckung mit jederzeit realisierbaren Forde-rungen aufrechtzuerhalten sucht.
Wie steht es aber mit diesen Deckungsvorschriften? Wirhaben gesehen: das eigentliche Tauschmittel kann gar nicht gedecktwerden, denn die „Kaufkraft des Geldes", d. h. die Schätzung derRechnungseinheit, wird bestimmt nicht durch den Goldvorrat,sondern durch die Einkommen, letzten Endes durch das, was manan Bedarfsbesriedigung damit erzielen kann. Daher nützt, wenndie Schätzung der Rechnungseinheit durch Gründe, die von der„Warenseite" her kommen, sinkt, die schönste Deckung nichts.Wenn wir nichts vom Auslande kaufen könnten, wären unserePreise um keinen Pfennig niederer, auch wenn wir 100 Mil-liarden Mark in Gold hätten.
Bei dem heutigen System der Notenausgabe, welches diesemit dem wichtigsten privaten Kredit- und Zahlungsmittel, demWechsel, in enge Beziehung bringt, sind aber die Deckungsvor-schriften der Banknoten von Bedeutung, da sie die Grenzen fürihre Vermehrung bilden. And zwar ist wichtiger als die Gold-deckung, bei welcher man schematisch eine Dritteldeckung oderirgendeine andere Quote für genügend hält, die vollständigeDeckung des Restes durch jederzeit realisierbare Wertpapiere,unter denen seiner Natur nach der Wechsel die Hauptrolle spielt.Solange dieses System beibehalten wird, wird man auf Deckungder Banknoten durch gute Warenwechsel vor allem zu sehen haben.Wir wissen jetzt weshalb. Nicht weil der „Wert" der Banknotenvon der Deckung abhängt, sondern weil nur damit eine gewisse200