viel zu teuer erkauft. Am einfachsten wäre die Ausgleichung durchAbgabe aus einem zur Notendeckung benutzten Devisenvorratoder von ebenso benutzten internationalen Effekten. Schon jetztwird dieses Mittel ja im größten Amfange angewandt. Vorallem wird immer ein zweckmäßig ausgewählter Devisen Vorratals Deckung der Banknoten und als Mittel der Zahlungsaus-gleichung in Betracht kommen, der gegenüber der Golddeckungnoch den Vorteil hat, daß er Zinsen trägt.
Manche Nationalökonomen, z. B. O. Äeyn, „Anser Geld-wesen nach dem Kriege", geben sich Mühe, zu zeigen, daß wireine freie Goldzirkulation nach dem Kriege für geordnete Währungs-zustände nicht nötig haben, und daß eine Golddevisen- oder Gold-kernwährung (Plenge) genüge. Vielleicht ist es angesichts dernoch so verbreiteten Meinung, als ob wir überhaupt nicht genugGold haben könnten und kein Opfer dafür zu groß sei, wirtschafts-politisch zweckmäßig, zunächst einmal dies Ziel zu proklamieren,und auch meine Vorschläge laufen ja darauf hinaus, sich einenkleinen Goldbestand für die Zwecke internationaler ZahlungSaus-gleichung den Staaten gegenüber, die durchaus Gold haben wollen,zu reservieren. Aber über die freie Goldzirkulation im innerenVerkehr ist wissenschaftlich meines Erachtens überhaupt nicht mehrzu diskutieren. Ich betrachte es aber vor allem als meine Auf-gabe, der Wissenschaft und den leitenden Männern der Praxisauch die weiteren Aufgaben der Geldpolitik, die nur die Theorieerkennt, aufzuzeigen. Da handelt es sich nicht nur darum, einbisher als zweckmäßig erkanntes Währungssystem ohne Rücksichtauf seine Kosten einfach weiterzuführen, weil bisher die großeMasse von seiner Vortrefflichkeit überzeugt war, sondern wirhaben die Geldpolitik in die Gesamtheit der gewaltigen und ganzneuen wirtschaftlichen und politischen Aufgaben hineinzustellen, diewir nach dem Kriege, und zwar auf Jahrzehnte hinaus, zu er-füllen haben. Von diesem Standpunkt erhebt sich auf Grundunserer theoretischen Erörterungen die Frage, ob wir unserenGoldbestand nicht nützlicher als zur Zirkulation und zur Deckungunserer Banknoten benutzen können. Darüber soll im folgendeneiniges gesagt werden.
An der Anschauung, daß ein möglichst großer Goldvorratzu einer geordneten Währung gehört, die ja angesichts der früherenEingriffe des Staates in das Geldwesen begreiflich war, haben226