sie also gerade in diesem Augenblick in Angriff zu nehmen, woschon vor dem Kriege durch die Teuerung und dann seit demKriege durch die mit ihm verbundenen Einkommensverschiebungenund sonstigen wirtschaftlichen Umwälzungen die Stabilität unsererNechnungseinheit erschüttert ist. Aber einmal wird die Maß-regel der Abstoßung des Goldes, wenn sie geschickt und vorsichtigerfolgt, keine weitere Erschütterungen unserer Rechnungseinheitmit sich bringen, da sie keine Einkommensverschiebungen bewirkt.Sie wird im Gegenteil unsere Valuta heben. Andererseits gilt« hier wieder einmal, daß nur der vollen Erfolg hat, der zuerstkommt. Es Handelt sich hier um die möglichst schnelle Aus-nützung einer wissenschaftlichen Erkenntnis, die wirtschaftlich umso weniger erfolgreich verwertet werden kann, je mehr sie all-gemein befolgt wird. Außerdem kann gerade jetzt unser Gold-vorrat besonders gut zur Äebung unserer Valuta benutzt werden.Denn selbst unsere Feinde, die sonst nichts von uns kaufen wollen,unser Gold nehmen sie gern, und würden sich, in falschen Theorienbefangen, nicht scheuen, uns Waren zu liefern, die uns viel nütz-licher sind.
Ich würde daher gar kein Bedenken tragen, allmählich einenTeil unseres Goldvorrates zur Beschaffung von Rohstoffen wieKupfer, Nickel, von seltenen Erden, Baumwolle, Wolle u. dgl.zu verwenden. Die Ankäufe müßten natürlich so geschickt ge-macht werden, daß sie die Weltmarktpreise nicht weiter steigern.Die Rohstoffe brauchten keineswegs bei der Reichsbank zu lagern,sondern könnten der Industrie gegen Sicherheiten zur Verfügunggestellt werden. Das ganze würde schließlich darauf hinauslaufen,daß einige der wichtigsten Industrien mit ihrem in den Rohstoffensteckenden Betriebskapital für das ausgegebene Papiergeld haften.Wenn dieses nicht ohne Zustimmung der gesetzgebenden Körper-schaften vermehrt werden kann — das System der indirektenKontingentierung müßte verändert werden, aber der Reichsbankein gewisser Spielraum zur Vermehrung der Zahlungsmittel anden Quartalsterminen gewährt sein —, liegt gar keine Gefahrvor, daß die Kaufkraft der Mark darunter leiden könnte.
Doch könnte man dem eingewurzelten Gedanken der Gold-deckung während des Krieges noch in anderer Weise Rechnungtragen. Es könnten die Edelmetallvorräte, die sich im Inlandnoch in der Form von Schmucksachen und Geräten befinden, zur228