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1 (1930) Vom Staatssekretariat bis zur Marokkokrise
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WILHELM II. GEGEN ABRÜSTUNGSKONFERENZ

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enraged and passionate B.! The same poor Papa and you would have hadto bear! I bore it quietely, without flinching, the Royal Standard firmly inmy band, the shield with the Black and White quarterings on my arm andGod above, alone I bore it for eight long years! Where is he now ? Thestorm has calmed, the Standard waves high in the breeze, comforting everyanxious look cast upwards; the Crown sends its rays ,by the Grace of God'into Palace and hut, and pardon me if I say so Europe and the worldlisten to hear, ,what does the German Emperor say or think' and not whatis the will of his Chancellor! To my notion in one point Papa's theory ofthe continuation of the Old Empire in the new one is right; he alwaysmaintained and so do I! for ever and for ever, there is only one realEmperor in the world and that is the German, regardless of his Personand qualities, but by right of a thousand years tradition. And his Chan-cellor has to obey! Nowgoodby dearest Mama, please forgive this epistle,but your letter has touched so many points of interest, that I ventured todwell upon them a little longer, with best love I kiss your hands and remainever Your most dutiful and devoted son

Willy."

Die sommerliche Stille von 1898 wurde durch drei politische Ereignisseunterbrochen. Zuerst durch den Abrüstungsvorschlag des Zaren, der durch Abrüstungs-wille, öffentliche, im St. Petersburger Regierungsboten" publizierte und Vorschlagdurch den Minister des Äußeren Grafen Murawiew allen russischen Mis- des Zarensionen im Auslande wie den in St. Petersburg akkreditierten Botschafternund Gesandten mitgeteilte Kundgebung eine internationale Abrüstungs-konferenz in Vorschlag brachte. Den ersten Anstoß zu dieser kaiserlichenKundgebung soll der Warschauer Bankier Bloch gegeben haben, ein wür-diger Mann und langjähriger Schwärmer für Frieden und Wohlgefallen aufErden. Kaiser Wilhelm IL war durch diese russische Kundgebung so über-rascht und erregt, daß er ohne Rücksprache weder mit Hohenlohe noch mitmir von sich aus ein Telegramm an den Kaiser Nikolaus richtete, in dem erdessen Manifest ridikülisierte. Er frug, ob der Zar die Absicht habe, dieruhmbedeckten Standarten seiner Regimenter in einem Friedenstempelaufzuhängen, erinnerte ihn an die herrlichen Siege der russischen Waffen invergangenen Zeiten und betonte die Notwendigkeit, das russische Schwertscharf zu halten, mit einem Eifer, als ob er russischer Kriegsminister wäre.Unsere Kaiserin, die an allen Sorgen ihres Gemahls innigen Anteil nahm,sagte mir, der Kaiser habe sich seit langem über nichts so geärgert wie überden plötzlichen und törichten Schritt des unreifen Zaren. Philipp Eulenburg meinte:Unser geliebter Kaiser kann es nun einmal nicht vertragen, wennsich ein anderer in den Vordergrund der Bühne stellt." Ich war gemeinsam