SZÖGYENYI-MARICH
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schrieb: „My dear Prince von Bülow, your very kind personal note of fare-well written at the moment of your departure frorn Berlin was fonvardedto me and received at Geneva. I beg your Serene Highness to accept fromme my tbanks for our official relations, which bave been to me a source oftbe greatest satisfaction and are not interrupted without a sense of loss andsincere regret. I sball never cease to remember with gratitude tbe cordialreception I received from you upon my arrival in Berbn and I bope to havesome occasion to demonstrate tbe sincere affection I feel for tbe great Em-pire whicb you bave so long and so faitbfully served. Please remember memost kindly to Her Serene Highness Princess von Bülow and beUeve mefaithfully yours David S. Hill."
Von österreichischer Seite wurde der Botschafter Graf Szögyenyibeauftragt, mir den wärmsten Dank der k. und k. Regierung für meine Szögyenyibundestreue Gesinnung wie für meine gesamte „erleuchtete" politischeTätigkeit auszusprechen. Der gute Graf entledigte sich dieser Mission mitgroßer Emphase. Das offiziöse „Wiener Fremdenblatt" widmete mir einenschwungvollen Artikel, in dem es hieß: „Fürst Bülow hat es verstanden,der Mann seiner Zeit zu sein. In seiner äußeren wie inneren Pobtik läßt sicheine Folgerichtigkeit nachweisen, die sich durch alle scheinbaren Wand-lungen hindurchzieht. Man weiß in Deutschland , was man an Bülow ver-liert, aber auch wir nehmen ungern von ihm Abschied." Das feudal-klerikaleschwarzgelbe Wiener „Vaterland" schrieb: „Mit dem Fürsten Bülow schei-det ein Staatsmann aus dem öffentlichen Leben, der eine ausgeprägtePersönlichkeit war und auch seiner Politik eine starke persönbcbe Note zugeben wußte. Wir können nur die Hoffnung ausdrücken, daß es seinem Nach-folger vergönnt sein wird, mit Österreich-Ungarn in ebenso gutem Ein-vernehmen zu amtieren, als dies dem Fürsten Bülow gelang, denn inDeutschlands vernünftiger Außenpolitik hegen die Bürgschaften des euro-päischen Friedens." Es konnte mir nicht entgehen, daß trotz solcher nachaußen zur Schau getragener Verehrung mein Rücktritt in Wien im Grundemehr Befriedigung als Schmerz hervorrief. Und nicht nur bei militärischenExaltados wie dem General Conrad von Hötzendorf , die es mir übel-nahmen, daß ich ihre Neigung zu einem frischen, fröhlichen Krieg, heutegegen Rußland oder Itaben, morgen gegen Serbien oder Rumänien , stetsenergisch durchkreuzt hatte, sondern auch bei manchen österreichischenMinistem, Politikern und Diplomaten, und das trotz der von mir der habs-burgischen Monarchie geleisteten guten Dienste.
Der Grund lag auf der Hand. Ich war der Doppelmonarchie gegenüberstets des oft von mir zitierten Ausspruchs des Fürsten Talleyrand eingedenkgebbeben, daß jede AUianz dem Verhältnis zwischen Reiter und Pferdgbche. Ich hatte Wert darauf gelegt und es verstanden, bei dem Bündnis-