PER IDYLLISCHE TOTSCHLAG
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c’est le noble office de la defense.“ Ich entwarf das Bild eines schönenSommermorgens, denn der Totschlag war im August begangen worden.Eine friedliche, freundliche, heitere Landschaft, die gesegnete MetzerGegend. Wiesen, Gärten, Obstbäume. Ein Idyll. Ein müder, von harterArbeit erschöpfter Wanderer, der wohl die ganze Nacht durchmarschiertwar, sieht am Morgen ein Gärtchen vor sich und im Gärtchen einenApfelbaum, un beau pommier. Lob des Apfelbaums. Ich zitiere UhlandsGedicht von dem Wirte wundermild:
Ein goldener Apfel war sein SchildAn einem langen Aste.
Der Wanderer verzehrt einen, vielleicht auch zwei Äpfel, dann streckter sich zum Schlafe. Ich zitiere Macbeths Fluch gegen den, der denSchlaf mordet:
.... sleep, the innocent sleep,
Sleep that knits up the ravell’d sleave of care,
The death of each day’s life, sore labour’s bath,
Balm of hurt minds, great nature’s second course,
Chief nourisher in life’s feast. . .
Der rohe Eigentümer weckt mit brutalen Scheit-, vielleicht auch Droh-worten den armen Schlafenden. Ich appellierte an J. J. Rousseau und anden Dichter des „Teil“, um diesen Frevel zu brandmarken. Der Beleidigte,wohl auch Bedrohte greift nach einem Stein und wirft ihn nach seinemBeleidiger, sagen wir offen, seinem Angreifer. „Le cas de defense legitimeetait donne, pleinement donne.“ Der Stein trifft durch einen nicht voraus-zusehenden, wirklich nicht zu ahnenden Zufall die Schläfe. Der Wurf führtden Tod herbei. Der deutsche Gerichtsarzt hatte bei der Autopsie denToten und sein Gehirn für normal erklärt. Es blieb mir also nichts anderesübrig, als mich auf einen Tierarzt zu berufen, der auch zum Leichenbefundzugezogen worden war und die Ansicht vertrat, der Tote habe eine auf-fällig dünne Gehirnschale gehabt. Ich rühmte den Bon sens des Tierarztes,des Mannes aus dem Volk, und deutete an, daß der Gerichtsarzt zu jenenGelehrten gehöre, die vor Bäumen den Wald nicht sähen. Die deutscheNationalität des Missetäters erwähnte ich nur, um der ÜberzeugungAusdruck zu geben, daß für die Ehrenmänner auf der Geschworenenbankdie ewigen Grundsätze der Gerechtigkeit und Billigkeit hoch über denLeidenschaften und Vorurteilen stünden, die leider die Völker und dieMenschen entzweiten. Ich schloß, indem ich meinen Platz verließ, auf dieGeschworenen zuging und ihnen mit erhobener Stimme zurief, daß ich nichttür mildernde Umstände plädierte, sondern eine glatte Freisprechung