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4 (1931) Jugend- und Diplomatenjahre
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DER NÜTZLICHE RUMÄNE

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große König, dem diese Sicherheit des Auftretens gefiel, sagte zu Villaume,er wolle ihm zeigen, daß der König von Preußen seine Sekretäre noch besserbehandle als der boshafte Mr. de Voltaire die seinigen, und nahm ihn inseine Dienste. Der Enkel, der Major von Villaume , war ein tüchtiger, sehrrühriger Artillerieoffizier. Seine Bitte an mich war einigermaßen heikel. Eshatte sich bei ihm ein Rumäne gemeldet, der ihm Beweise dafür liefernwollte, daß der französische Generalstab in den Rheinlanden einen aus-gedehnten Spionagedienst organisiert habe, um auf diese Weise Verbin-dungen mit deutschen Unteroffizieren und Bürobeamten anzuknüpfen.

Major von Villaume fügte hinzu, seine Wohnung werde so sorgsam über-wacht, daß er den Rumänen unmöglich selbst empfangen könne. Ob ichihm meine Wohnung zur Verfügung stellen wollte? Das tat ich und empfingin dem eleganten Appartement, das ich von 1880 bis 1884 in der RueMontaigne 71 bewohnt habe, den Wallachen. Dieser lieferte Villaume in derTat die Beweise, daß es französischen Emissären gelungen war, eine Anzahlpflichtvergessener Deutscher zur Preisgabe wichtiger dienstlicher Geheim-nisse zu verführen. Die Betreffenden haben, nachdem ihre Schuld unwider-leglich bewiesen war, die wohlverdiente längere Zuchthausstrafe abbüßenmüssen. Mit dem Rumänen habe ich mich nach meinem Grundsatz, michmöglichst in jeder Richtung zu orientieren und so meinen Gesichtskreis zuerweitern und meine Menschenkenntnis zu vervollständigen, wiederholteingehend unterhalten. Er erzählte mir vielerlei aus seinem bewegten Leben,wie spioniert würde und wie man es anfange, um nicht abgefaßt zu werden.

Das Hauptfeld seiner Tätigkeit seien die Eisenbahnen, wo sich am leich-testen Bekanntschaften anknüpfen ließen. Als er sich von mir verabschie-dete, gab mir der Rumäne seine Karte mit den Worten:Man kann niemalswissen, wen man einmal brauchen kann und wofür. Hat doch einmal einearme Maus einem großmächtigen Löwen aus der Not geholfen. Wenn ichIhnen jemals nützlich sein kann, so verfügen Sie ganz über mich. Ihnenstehe ich zu jedem Dienst zur Verfügung. Von diesem Anerbieten habe ichkeinen Gebrauch gemacht. Dagegen besitze ich noch einen schönen Stock,den er mir als Zeichen seiner persönlichen Wertschätzung schenkte und alsAndenken an ihn zu behalten bat.

Das Diplomatische Korps in Paris war sehr zahlreich. Bismarck pflegtescherzend zu sagen, Paris scheine der einzige wirklich gesunde diplomatische DasPosten zu sein. In allen anderen Städten klagten die Diplomaten über das DiplomatischeKlima und wünschten eine Luftveränderung. Nur in Paris wollten sie alle Korpsbleiben. Paris war und ist in der Tat eine wundervolle Stadt und mit Romder Ort der Welt, wo es sich für Fremde am besten leben läßt. Wer großehistorische Erinnerungen sucht, die erlesensten Meisterwerke der Kunst,die Stadt, wo unter blauem Himmel hoch der Lorbeer steht, der gehe nach