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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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flössen in Erzielung eines reinen, von allen schädlichen Bei-mischungen möglichst sreien Eisens. So sind die Uebergängevon Holzkohlen auf gemischte Feuerung, auf Anthracit, auf Coaksund endlich auf rohe Steinkohlen, allerdings auf Kosten derQualität des unmittelbaren Hochofenproduktes vorgenommen wor-den, die sich indeß durch nachträgliche Verfeinerungsprozesse wie-der verbessern läßt, wo es Zweck hat. Immer steht aber so vielfest, daß der reelle Vortheil des Uebergangs von Holzkohlen aufCoakS oder Steinkohlen nicht so groß ist, als die nominelle Dif-ferenz der beiderseitigen Produktionskosten ausdrückt; der Quali-tätsunterschied nimmt einen nicht unbedeutenden Theil dieses Vor-theils weg. Ja für viele Verwendungszwecke muß man bis sehtdie Beibehaltung der Holzkohlenhütterei und selbst der Holzkohlen-frischerei als nothwendige Bedingung anerkennen, so daß ein völli-ges Verdrängen derselben noch keineswegs in Aussicht steht.

Die wichtigsten Fortschritte bei der Roheisenerzeugung, dieseit dem Uebergang auf Coaks gemacht wurden, sind die Ein-führung der Cylindergebläse statt der früheren Blasbälgcund dann die Anwendung erhitzter Gebläseluft für die Hoch-öfen. Die Cylindergebläse begann man in England gegen daSJahr 1780 einzuführen; 1807 wurde das erste in Deutschland gebaut, jedoch erst in den dreißiger Jahren fanden sie allgemei-nen Eingang. Die allmälige Vergrößerung der Dimensionen(bis zu 60 Fuß Höhe und 18 Fuß Weite im Kohlcnsack) wieder Produktionsfähigkeit der Hochöfen ward zunächst durch diekräftigen Cylindergebläse ermöglicht. Die erhitzte Gebläse-lust, 1827 zuerst von I. B. Neilson auf den ci)6e iro»vvoi'ks bei Glasgow in Anwendung gebracht, hat sich jetzt fastallgemein Bahn gebrochen; ein bedeutend verminderter Kohlen-verbrauch und eine entsprechende Vergrößerung der Produktionwaren die Resultate.

Das Erhitzen der Gebläseluft geschiehet meistens mittelst derdem Hochofen entweichenden brennbaren Gase. Vielfach benutztman dieselben auch, um die Kessel der Gebläsedampfmaschinen zuheizen; neuerdings legt man dieselben noch häufiger über die Oefen,worin die Steinkohlen verkoakst werden. Auch hat man dieseGase (und zwar zuerst in Wasseralfingen in Würtemberg ) zum