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1) Die beträchtliche Eisensteinfracht, die viele Werke bei denschlechten Wegen zu tragen haben, obgleich die Entfernungder Eisenerzlager nicht groß ist. Die Pferdceisenbahn, zurVerbindung der großen Hüttenwerke im Steinkohlendistriktmit den Tarnowitz -Beuthener Erzrevieren, welche längstprojektirt und nun endlich in der Ausführung begriffenist, muß demnach bedeutend auf Verminderung der Selbst-kosten und Ausdehnung der Produktion OberschlesienS ein-wirken ;
2) Die eigenthümliche Beschaffenheit der Tarnowitz -BeuthenerBrauneisensteine, die meistens aus einer lockeren zcrrcib-lichen Masse bestehen, die sich im Ofen dicht zusammenlegtund den Durchgang des Windes hindert. Hierdurch wer-den der Anwendung sehr hoher und weiter Oefen, von derProduktionSfähigkeit der belgischen und schottischen, Schwie-rigkeiten entgegengesetzt.
3) Die Qualität der schlesischen Kohlen; mit Ausnahmeder Königin Louisengrube hat nämlich Oberschlesien nurmagere Kohlen. Hierdurch und durch den geringen Eisen-gehalt der Erze wird das bedeutende Quantum von 2-^bis 2^ Centner Coaks (etwa 1 Tonne Kohlen) zur Er-zeugung von 1 Centner Roheisen erforderlich.
4) Der Mangel eines abgerundeten Absatzgebietes, indemnach Süden und Osten die hermetisch verschlossenen Gren-zen Rußlands und Oesterreichs bis unmittelbar an dasoberschlesische Eisenrevier stoßen.
Alle diese Verhältnisse werden noch mehrfach zur Erörterunggelangen.
Oberschlesien hatte 1837 48, 1850 dagegen 67 Hochöfenin Betrieb; die Zahl nahm also in ähnlichem Verhältniß zu, alsin Niederschlesien ab. Unter jenen 48 Hochöfen im Jahr 1837wurden 8 mit Coaks und ungefähr 3 mit gemischtem Materialbetrieben; 1850 wird die Zahl derer, die Coaks oder gemischtesBrennmaterial verwandten, auf 21 anzunehmen sein.
Folgende Tabelle enthält die Statistik der gestimmten schle-sischen Hochofenproduktion.