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Wir haben in Oberschlesien den Holzkohlen- und Coat's-eisendistrikt zu unterscheiden. Der erstere umfaßt die waldigenGegenden im nördlichen Theile des Regierungsbezirks längs derpolnischen Gränze. Hier kommen sehr reiche Sphärosideriten(Steinerze, Thoneisensteine) vor, die das hauptsächliche Schmelz-material der Holzkohlenhochöfen bilden. Die größte Zahl der-selben befindet sich im Kreise Lublinitz . Hier wird auch etwasRohstahleiscn aus Spatheisenstein erzeugt. — Die Coakshültendagegen finden sich fast sämmtlich in dem oberschlesischen Stein-kohlendistrikt zwischen Gleiwitz und der polnischen Grenze, imKreise Beuthen , konzentrirt. Unter der Zahl derselben ist dieberühmte Königshütte bei Gleiwitz , die zu den am billigstenproduzirenden Hütten des ganzen Zollvereins gehört; fernerdie Alvenslebenhütte, Laurahütte u. f. w. Sie verschmelzen fastausschließlich die in nicht großer Entfernung vorkommenden Tar-nowitz-Beuthener Brauneisensteine. Dieselben sind zwar arm(20 — 30 Prozent Eisengehalt), allein ihr Vorkommen in großenLagern, theilweise dicht unter der Oberfläche, macht die Gewin-nung sehr wenig kostspielig. Sie bilden überhaupt nach v. Car-nall") gegen ^ der Beschickung sämmtlicher oberschlesischer Hoch-ösen, indem auch sehr viele Holzkohlenhochöfen dieselben aus-schließlich verhütten oder doch die Steinerze damit gattiren. ImSteinkohlengebirge selbst kommen Sphärosideriten vor, die alsZusatz verhüttet werden; jedoch sind die Ablagerungen nicht vonBedeutung.
Die dem Steinkohlenrevier näher liegenden Holzkohlenhoch-öfen sind vielfach zur Verwendung gemischten Brennmaterialsübergegangen.
Die Erzeugung von Hochofcngußwaaren war in Oberschle-sien stets sehr unbedeutend.
Daß die schlesische Coakseisenerzeugung unter diesen im All-gemeinen sehr günstigen Verhältnissen sich nicht noch weit stärkerentwickelte, muß vornehmlich folgenden Umständen zugeschriebenwerden: