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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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In den 3 Kreisen Siegen, Olpe und Altenkirchen Hütteten1840 die 34 vorhandenen Hochöfen durchschnittlich nur 59 Tageim Jahr; daS allmählige Eingehen des Frischfeucrbetriebes undneue Wegeanlagen haben indeß das den Hochöfen zur Verfügungstehende Holzkohlenquantum so erhöht, daß im Jahre 1847 dieCampagnen doch mindestens 125 Tage dauerten und 1850 etwa140 bis 150 Tage. Die genannte Zahl der im Betrieb be-findlichen Hochöfen ist seit 1837 ziemlich dieselbe geblieben; davonhat der Kreis Siegen 18, Altenkirchen 10 und Olpe 6. AufRohstahleisen gehen gewöhnlich 7 Hochöfen.

Die Zukunft der Eisenindustrie in den 3 Kreisen und denangrenzenden Distrikten wird durch die Erbauung einer Eisenbahnnach dem Steinkohlenrevier der Ruhr bedingt. Sie allein wirddie Einführung des Hüttcnbetriebs bei Coaks möglich machen,während immer ein Theil der Holzkohlenhochöfen fortbestehenkann, indem sich durch verstärkten Betrieb die Selbstkosten bedeu-tend ermäßigen. Auch der Cisensteinbergbau würde großen Auf-schwung nehmen; die vorzüglichen Braun- und Spatheisensteinedürften ohne Zweifel in großen Mengen nach der Ruhr verführtund dort zur Gattirung der Kohlen- und Brauneisensteine benutztwerden. Im Verhältniß zu den vorhandenen mineralischenSchätzen ist die bisherige Ausdehnung des siegenschen Bergbauseine sehr geringfügige zu nennen.

Von den übrigen Theilen des Bergamtsbezirks Siegen istvorerst der Norden deö Regierungsbezirks Arnsberg zu erwäh-nen, wo 10 Holzkohlenhochöfen, meistens auf Gußwaaren, betrie-ben werden. In der neuesten Zeit sind im Herzogthum West-phalen bedeutende Erzlagerstätten, außer den früher schon bekannten,aufgeschlossen worden.

Das Letztere gilt auch von der Enklave Wetzlar , wo zweiHochöfen betrieben werden. Hier und im Braunfelö'schen hatman die großartigsten Ablagerungen von Rotheisensteinen bis zu50 Prozent Eisengehalt, wie sie an der ganzen mittleren Lahnvorkommen und einen der reichsten Fundorte von Eisenerzen bil-den, die überhaupt in Deutschland eristiren. Bet Besprechungder nassauischen Eisenindustrie kommen wir hierauf zurück.

Außerdem hat der Bergamtsbezirk Siegen noch verschiedeneHochöfen am rechten Nheinufer. Darunter befindet sich auch die