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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
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Von der Gesammtproduktion an Stabeisen trug somit dasPuddlingeisen 1837 32 Prozent und 1850 63 Prozent, 1847aber, wo die Produktion am höchsten stand 70 Prozent. Dasaußerordentlich rasche Steigen von 1844 an und das bedeutendeSinken feit 1843 kommt nur auf Rechnung deö bei Steinkohlengefrischten Eisens; die Ursache liegt in dem bis 1847 rasch zu-nehmenden und von da ab bedeutend verminderten Bedarf anEisenbahnschienen. Erst 1851 dürfte die Höhe von 1847 wie-der erreicht sein.

Von Weißblech betrug die gesammte Erzeugung Preußens,die in obiger Tabelle einbegriffen ist:

1842 ...... 34,007 Ctr.

1847 ...... 39,340 -

1850 ...... 45,550 -

Von der geringen Produktion Schlesiens ist dabei abstrahirt.

ä. Stahl.

§. 12. Zuletzt erwähnen wir des Stahls, der in Preußen nur zum bei weitem kleineren Theil ein Produkt der Weiterver-arbeitung des Stabeisens (durch den Cementationsprozeß) ist,vielmehr in überwiegender Menge durch den Frischprozeß ausNohstahleisen dargestellt wird und also neben dem Stabeisen auf-geführt werden muß.

Die preußische Stahlerzeugung gründet sich zu mehr alsauf das Nohstahleisen des siegnischen Bergreviers, das meist inden Rohstahlfeuern des Regierungsbezirks Arnsberg gefrischt wird.Der bei weitem größte Theil wird raffinirt und zwar an derVollme (.bei Hagen ), mittleren Ruhr und Ennepe, sowie inRemscheid und Solingen , wo er der dortigen ausgedehnten Fa-brikation von Stahlwaaren als hauptsächlichste Grundlage dient.Ein Theil dieses Stahls wird auch in rohem oder raffinirtemZustand erportirt, was jedoch bedeutend abgenommen hat, ins-besondere seit Erhöhung der französischen Stahlzölle. Der Hauptsitzder Gußstahlfabrikation ist vas Kohlenrevier der Ruhr (Essen und Hagen ) und demnächst die Saargegend.

Der Brandenburgisch-Preußische Distrikt erzeugte früher etwasRohstahl; gegenwärtig werden dort 4 Cementiröfen betrieben.