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technischen Einrichtung den Anforderungen der Neuzeit, StattHochöfen sind meistens nur kleine Blauösen zum Schmelzen derErze vorhanden, mit außerordentlich geringer Produktionsfähigkcit-Dieselben gehen indeß immer mehr ein. Regelmäßig betriebeneWerke vermögen sich sicherlich auf manchen Punkten Thüringensso gut zu halten als irgendwo. Uebrigens bestehen noch einigederselben.
Als Brennmaterial wurden bisher bloß Holzkohlen verbraucht.In den letzten Jahren hat eine durch Herrn I. Meyer in Hild-burghausen begründete Aktiengesellschaft die Errichtung einer groß-artigen Coakshochofenanlage im Meiningenschen und Nudolstädti-schen unternommen, um die Eisenerze dieser Reviere bei den Coaksdes Neuhauser Kohlenseldes zu verschmelzen. Ueber die bishererreichten Resultate fehlen uns die näheren Notizen, so wie dienöthigen Anhaltspunkte, um über die Zukunft einer thüringischenCoakseisenindustrie ein Urtheil abgeben zu können.
Ueber den Umfang der thüringischen Eisenproduktion fehltes bis dahin sehr an genauen Angaben*). Er ist indeß nichtso bedeutend, als daß folgende Ausführungen nicht genügen soll-ten, die sich zum Theil auf die Beantwortungen der 1848 vondem volkswirthschaftlichen Ausschuß der Frankfurter Nationalver-sammlung ausgeschriebenen Fragen stützen.
a. Sachsen-Weimar-Eisenach . Dieses Großherzog-thum besaß 1847 drei Blauöfen, von denen indeß seit längerenJahren keiner in Betrieb ist. Früher rechnete man 4000 Cent-ner Roheisen jährlich*"). Jetzt findet nur Frischereibetrieb ingeringem Umfang statt.
d. Sachse n-Coburg-Gotha. Die Produktion betrughier früher bei einem Hochofen bis 8000 Centner;"**) 1847war sie 4,500 Centner. Gegenwärtig ist, glaubwürdigem Ver-nehmen nach, auch dort der Hochofenbetrieb eingestellt.
") Alle Bemühungen des Verfassers, um auf Privatwegcn zu genauenNotizen über Umfang uud Lage der thüringischen Eisenproduktion zu gelan-ge», waren vergebens.
") Nach der „Minerva" von 1833: 3,800 Centner; nach Hasse 183ii:4,000 Centner; nach v. Reden 1843- 3,000 Centner.»') Nach Hasse 1836- 8,000 Centner.