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vielleicht noch um soviel weiter ausgedehnt haben, als sie nungeringer geworden ist. Der wirkliche Verlust für die arbeitendenKlassen, zuzüglich des entgangenen Mehrgewinns, beträgt alsoin den genannten 3 Jahren vielleicht das Doppelte obiger Summe.Dies ist der Erfolg gewesen, den die Revolution von 1848 fürunsere Eisenarbeiter gehabt hat! Er ist um so mehr zu beklagen,als die Berg- und Hüttenleute überall den revolutionären Unter-nehmungen fern geblieben sind.
Dabei dürfen wir allerdings nicht vergessen, auch dem bel-gischen Vertrag vom 1. September 1844 einen Theil derSchuld an der traurigen Lage unserer Eisengewerke und Arbeiteraufzuladen. In den 3 Jahren 1848 bis 1849 sind noch gegen6 Millionen Centner Eisen und Eiscnsabrikate aus dem Auslandeingeführt worden, wovon fast die Hälfte aus Belgien . Warendie Normalzollsätze auf Roh- und Stabeisen auch sür Belgien inKraft, so wurde ein guter Theil jener Einfuhrmengen durch dieinländische statt durch die ausländische Arbeit dargestellt und derNothstand unserer Eisenindustrie konnte eine solche Höhe nichterreichen.
Eisenemfuhr des Zollvereins.
§. 27. Die Verhältnisse der Eise nein fuhr haben sichseit Begründung deö Zollvereins bedeutend verändert, und zwarin der Richtung einer außerordentlichen Vermehrung der Bezügeausländischen EisenS. Zwei Ursachen wirkten hierbei zusammen:der durch die Eisenbahnen in außergewöhnlichem Verhältniß stei-gende Eisenverbrauch und die sinkenden Preise des ausländischen,namentlich englischen und belgischen Eisens. Bei dem Zusam-menhang dieses Gegenstandes mit der im zweiten Abschnitt be-handelten Zollfrage, beschränken wir uns hier darauf, die Stati-stick der stattgefundenen Eingangsverzollung den amtlichen Kom-merzialnachweisungen gemäß, mitzutheilen. Es ist dabei zu be-merken, daß von 1834 bis 1839 der preußische Centner a110 Pfund, von da ab aber der Zollcentner ü 106,g Pfund denVerzollungslisten zu Grunde liegt.