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terung des Verbrauchs für die Eisenbahnen, die Fortschritte Oester-reichs in der Eisenhüttentechnik ganz unverkennbar sind undneue Werke von vorzüglicher Einrichtung entstanden, so hat esdoch im Ganzen noch einen weiten Weg zurückzulegen, bis es,was Umfang und Ausbildung der Produktion, so wie Erniedri-gung der Produktionskosten und Preise betrifft, auf den Stand-punkt gelangt, den es bei dem vorhandenen Mineralreichthumund der Kultur seiner Bewohner längst hätte erreichen sollen.Die Eisenpreise stehen 50 bis 75 Prozent höher als im Zollverein.Eine einseitige Handelspolitik, welche durch vollständige Pro-hibition des fremden Eisens jeden zum Fortschritt anregendenäußeren Einfluß fern hielt, und überdies eine beschränkende Ge-werbegesetzgebung, welche das freie Spiel der inneren Konkurrenzhemmte, tragen die hauptsächliche Schuld, daneben die hohe Be-steuerung des Bergbaues, der Mangel an Kommunikationsmittelnu. s. w. Insbesondere ist es zu beklagen, daß hierdurch dieDurchführung des Coakshüttenbetriebes verhindert und somit dieGrundlage, auf der die Fortentwicklung der Eisenindustrie statt-zufinden hat, noch gar nicht erforscht und festgestellt ist. Dennfür die Holzkohleneisenerzeugung eines europäischen Staates kann essich im Wesentlichen nur noch um Erhaltung des Bestehen-den handeln, und diese Erhaltung ist in Oesterreich , insbeson-dere bei den in Steiermark und Kärnthen vorhandenen Grund-lagen, unschwer durchzuführen, da selbst eine weit stärkere Kon-kurrenz von außen gut eingerichteten Hüttenwerken den gewinn-reichen Fortbetrieb gestatten wird. Wenn man aber auch künftig-hin die Versorgung des inneren Marktes vorzugsweise der eige-nen Industrie vorbehalten will, so liegt es doch im Interesse derAllgemeinheit neben dem Ueberfluß in der Erzeugung guter undtheurer Eisensorten auch dem Mangel an billigem und ordinäremEisen abzuhelfen, was einzig die Coakseisenindustrie vermag. Lei-der ist bei dem bisherigen Absperrungssystem noch nicht einmalsoweit fortgeschritten worden, daß man mit Sicherheit zu beur-theilen vermag, inwieweit Oesterreich Hoffnung hat, eine Coaks-eisenindustrie, die mit der Zeit die Konkurrenz Belgiens undEnglands ertragen könnte, emporzubringen. Denn es entscheidethier nicht bloß der Reichthum von Erzen und Steinkohlen anund für sich — beide sind in Oesterreich in Fülle vorhanden, —