§.32. Die britische Eisenindustrie ist nicht bloß die be«deutendste an Ausdehnung und Ausbildung, sondern auch anEinfluß auf die Konjunktur dieses Gewerbszweiges in allen übri-gen Ländern. Obschon sie dort seit den Römerzcitenheimischwar, namentlich in den Grafschaften Kent und Susser, so lagdoch in dem Umstände, daß sowohl zum Schmelzen der Erze,als zum Frischen des Roheisens Holzkohle verwendet werdenmußte, ein hemmendes Moment für jede großartige Entwicklungdieser Industrie. Ja durch schlechte Bewirthschaftung der Forstenund durch den steigenden Bedarf an Holz zum Schiffbau geriethdie Ausdehnung der englischen Eisenindustrie gegen Ende des16. Jahrhunderts in einen solchen Konflikt mit allgemeineren undhöheren Interessen, daß sich das Parlament im Jahr 1581 ver-anlaßt fand, die Anlagen neuer Eisenwerke innerhalb 22 Meilenvon London und 14 Meilen von den Themseufern zu verbieten,auch die Eisenproduktion auf den Verbrauch von kleinem Holzeinzuschränken.
1637 wurden noch schärfere Bestimmungen hinsichtlich desFällenS von Bauholz erlassen, auch die Ausfuhr von Eisen nurauf vorhergängige besondere Erlaubniß gestattet. In Irland ging die früher in großer Ausdehnung betriebene Eisenerzeugungaus Mangel an Holz völlig ein. Es war natürlich, daß sichunter solchen Verhältnissen und bei dem stets wachsenden Bedarfan Eisen, die Aufmerksamkeit der Industriellen auf die in uner-schöpflichen Lagern vorhandenen Steinkohlen lenken mußte, unddaß zahlreiche Versuche gemacht wurden, sie an der Stelle derHolzkohlen zum Schmelzen der Eisenerze wie zum Frischen zuverwenden. Authentischen Nachrichten zufolge ist dies auch bereits
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