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Holzreichthum seiner östlichen Provinzen und der geringere Be-darf für den Schiff- und Häuserbau, ließen indeß hier die Noth-wendigkeit eines Uebergangs auf Coaks weit später hervortretenals in England und gestatten noch heutzutage, in nicht unbe-trächtlichem Umfange die Eisenerzeugung bei Holzkohlen nebender bei Steinkohlen fortzusetzen. Die großen Grundbesitzer vonWaldflächen in dem belgischen Theile von Luxemburg und inNamur betrachten (ähnlich wie in manchen Gegenden Schlesiens,in Baden u. s. w.) die Eisenerzeugung nur als ein Mittel, ihrHolz zu verwerthen, dessen Absatz zu sonstigen Verwendungentheils durch die Frachten, theils durch die Konkurrenz mineralischerBrennstoffe erschwert ist. Die Holzkohleneisenerzeugung würdesich noch weit besser halten können, wenn in den holzreicherenRevieren bessere Qualitäten von Eisensteinen vorkämen, was lei-der selten der Fall ist.
Die Erze Belgiens bestehen zu einem großen Theil aus je-ner Gattung von Brauneisensteinen, die man Alluvialerze nennt.Die Hauptlager sind zwischen Maas und Sambre. Jedoch wer-den immer mehr Thon- und selbst Rotheisensteinlager ausgeschlos-sen. Die Erze kommen zum Theil, insbesondere in der ProvinzLüttich, ziemlich weit von den Steinkohlendistrikten vor, welchesjedoch die bewunderungswürdigen Kommunikcmonsmittel Belgiens ausgleichen.
Die Verwendung der Steinkohlen für Roheisen- und Stab-eisenerzeugung, worauf die gegenwärtige Größe und die ganzeZukunft der belgischen Eisenindustrie beruht, ward durch den be-rühmten John Cockerill in Aufnahme gebracht, dessen Unter-nehmungsgeist der damalige König Wilhelm mit bedeutendenKapitalien zu Hülfe kam.
1821 wurde in Seraing der erste Coakshochofen erbaut undbis zum Jahr 1830 waren in der Nähe von Charleroi, Lüttich und Namur 1l) derselben, nebst mehreren Puddlingwerken, in Be-trieb gekommen. Das Kohlenbassin der Maas ist überhaupt derSitz der neuen belgischen Eisenindustrie; ein Theil der Anlagenbefindet sich in der Gegend von Charleroi, ein anderer bei Lüttich .Durch die Ereignisse von 1830 in ihrem Fortschritte unterbrochen,nahm sie insbesondere in den Jahren 1835 und 1836 einen neuenAufschwung, worauf auch hier wie in England die Eisenbahnan-