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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
Seite
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Berechnen wir nun den Eisenconsum Belgiens für die Jahre18^, so haben wir von einer durchschnittlichen Produktion von166,667 Tonnen oder 3,333,000 Ctrn. den Ueberschuß der Aus-suhr über die Einsuhr mit 1,754,000 Ctr., wozu (da die Aus-fuhr größtentheils aus Roheisen bestand) gegen 1,900,000 Ctr.Roheisen verbraucht wurden, in Abzug zu bringen. Für den Kon-sum einer Bevölkerung von 4^ Millionen Seelen, bleiben demnach1,433,000 Ctr. a 50 Kil. oder 36 Pfd. auf den Kopf. Esist dies 2 Pfd. pro Kopf weniger, als nach dem folgenden Pa-ragraphen der Eisenconsum Frankreichs beträgt. Da wir dieSVerhältniß nicht für ganz richtig halten, sondern vielmehr denVerbrauch Belgiens um einige Pfd. höher schätzen, so dürfte hier-aus zu schließen sein, daß vorstehende Angaben über die Hoch-ofenproduktion, obgleich belgischen Quellen entnommen, etwas zuniedrig gehalten sind. Die Produktion würde 84 Psd. aufden Kopf der Bevölkerung auötragen; nächst Großbritannien undSchweden ist hiernach Belgien das Land, welches in Verhältnißzu seiner Ausdehnung, das meiste Eisen erzeugt. Der Konsumfür die Eisenbahnen ist sehr bedeutend; das Land besitzt davonetwa 400 englische Meilen, Mit Berücksichtigung, daß in Belgien der Bau und die Unterhaltung mit etwas geringerem Aufwandvon Eisen durchgeführt worden als in Großbritannien , lassen sichgegen 9 Pfd. pro Kopf der Bevölkerung für den Verbrauch derEisenbahnen annehmen, also noch etwas mehr als im Zollverein.

3. Frankreich .

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Z. 34. Frankreich besitzt jetzt nach Großbritannien in Europa die ausgedehnteste Eisenerzeugung, Von seinen 86 Departementssind 64, in denen Eisenstein gewonnen wird, und zwar in allenQualitäten, von einem zur Rohlstahlbereitung geeigneten Spath-eisenstein der italienischen Alpen, Vogesen und Pyrenäen an, biszu den dem Vorkommen in England ähnlichen Ablagerungen vonSphärosideriten in den Kohlendistrikten des südöstlichen Frankreichs .Die größten Massen bestehen aber, wie in Belgien , aus dem so-genannten minerai cl'slluvion, das sich fast in allen Departementsund theilweise in ungeheuern Lagern, z. B. in den Ardennen und