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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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der Schwankungen in den Eisenpreisen, wie oben erwähnt in denEiscnbahnanlagen liegt, diese aber noch keineswegs bis zu einemPunkte durchgeführt sind, von wo an sich eine gewisse Regel-mäßigkeit des künftigen Verbrauchverhältnisseö absehen ließe, sowird man die Ursachen dieser großen Stabilität und des äußerstniedrigen Preises der Hauptsache nach in den politischen Krisenund der dadurch so bedeutend verminderten Eisenconsumtion zusuchen haben. Günstigere Zeiten werden voraussichtlich wiedereinmal ein Steigen der Preise veranlassen und dies Spiel sichnoch manchmal wiederholen; auch mag, nachdem für die Eisen-bahnen eine größere Regelmäßigkeit des Bedarfs eingetreten ist,eine neue Veranlassung das Gleichgewicht der Consumtion undProduktion stören, und so die normalen Schwankungen, welchendie Preisverhältnisse aller Waaren unterworfen sind, vergrößern.Schwerlich werden aber nochmals die Schwankungen in fo groß-artigem Maaßstabe stattfinden, als in diesen zwanzig Jahren, undnoch weniger ist zu erwarten, daß die Preise sich wieder einmalso weit über die Produktionskosten heben, als es mehrfach injener Periode der Fall war. Denn ein nochmaliges Zusammen-treffen so außerordentlicher Verhältnisse wie hier im Spiele waren,läßt sich bei einer Berechnung zukünftiger Konjunkturen nichtunterstellen.

Wir haben hier nun vorerst, aus diesen Preisschwankungenheraus, den Anhaltspunkt zu entwickeln, welcher zur Vergleichungmit der vereinsländischen Eisenindustrie und zur Beurtheilung derZollfrage nothwendig ist. Denn wie bereits oben erwähnt, be-stimmt sich zwar das Konkurrenzverhältniß selbst nur nach denausländischen Preisen; eS ist aber gleichwohl für die Zollfragevon entscheidender Wichtigkeit, zu wissen, welche Unterläge diesePreise in den Produktionsverhältnissen haben, da derSchutzzoll gerade die Tendenz hat, die hierin bestehende Ungleich-heit zweier Länder temporär auszugleichen.

Die niedrigste Angabe der Produktionskosten von schottischemRoheisen macht Scrivenor im Jahre 1840, nämlich 40 st,,pro Ton oder Thlr. 6. 9 Pf. pro 1000 Pfd.

Bei den Verhandlungen der Berliner Commission von 1842gab der General-Consul Hebeler aus London , auf genauere