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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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triebskapitals übersteigenden Nutzens zwischen 42 und 45 sri. proTon Roheisen liegen mögen.*) Zuverlässige Privatmittheilungenbestätigen diese Annahme, und können die Werke, welche so gün-stig situirt sind, daß sie bei 42 sd. noch Nutzen oder so ungün-stig, daß sie bei 45 sli. noch Schaden machen, nicht wohl inAnschlag kommen. Neberdies gleichen manche Hütten, namentlichdie auf der Ostküste Schottlands belegenen, die höheren Selbst-kosten durch bessere Qualität aus, wie denn z. B. das Forth-Eisen durchschnittlich um 1 sli> pro Ton höher bezahlt wird alsdas Produkt der Werke bei Glasgow . Seit den letzten 1V Jah-ren haben die Preise gemischter Nummern frei an Bord Glasgow ,ungefähr 2 Jahre lang niedriger als 42 slr. (Thlr. 6. 19 Sgr.pro 1000 Pfd.), und ungefähr 4 Jahre lang niedriger als 45 slr.(Thlr. 7. 2 Sgr. pro 1000 Pfo,), gestanden. Nehmen wir alsoin runder Summe 7 Thlr. pro 1000 Pfd. (etwa 44^ sk. proTon) an, um das Konkurrenzverhältniß zu Deutschland in be-stimmte Zahlen fassen zu können, so wird Jedermann zugeben,daß hierdurch die Differenz der beiderseitigen Erzeugungskostensich noch kleiner herausstellen muß, als sie in der That ist.

Wir haben bereits oben angedeutet, daß das schottische Roh-eisen, welches die geringste Qualität darstellt, die überhaupt inden Handel kommt, den Vergleichungen zu Grund gelegt werdenmuß, weil es das billigste ist, weil seine Preisnotirungen aus denganzen Eisenmarkt am stärksten influiren und weil seine Mitbe-werbung die Preisdifferenz der besseren Qualitäten gerade amstärksten vermindert hat. Hierauf wirkte insbesondere der Um-stand ein, daß sich jenes Roheisen mit einem Kostenaufwand vonetwa 2 Thlr. pro 1000 Pfd. in Feinmetall verwandeln läßt,und hierdurch, wenn auch nicht gleich gut, doch zu vielen Zweckenebenso verwendbar wird, wie unser Holzkohlenroheisen, so daß es,als in direkter Konkurrenz damit stehend, betrachtet werden muß.Das Roheisen aus Süd-Wales (die übrigen englischen Eisen-distrikte erportiren nur Stabeisen oder Gußeisen) bedrängt that-sächlich unsere deutsche Eisenindustrie weniger, als das schottische.

Die Differenz von 3 sli, pro Ton entspricht auch ziemlich genau demBetrage, welchen die Zinsen des Anlage- und Betriebskapitals in der Pro-diiktionsbercä'iiung des schottischen Roheisens ausmachen.