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einwirkt, sondern auch in den Preisen der Rohmaterialien selbst,liegen die enormsten Differenzen. Hier ein armes Mineral, dasdurch schwierigen Bau aus dem festen Gestein gewonnen wird,dort ein reichhaltiges, welches nur höchst geringe Förderungskostenin Anspruch nimmt; hier Kohlen, die ohne die Eisenhütte garnicht zu verwerthen wären, und deren Preise bis auf den Betragder Schlag- und Köhlerlöhne herabgedrückr werden können, dortein Holzpreis, der von dessen Verwendung für andere Zwecke ab-hängig ist, und den also die sinkenden Eisenpreise wenig oder garnicht berühren können. Berücksichtigt man alles dies und nochdazu die sonstigen Ungleichheiten in den Nebenposten der Produk-tionskostenberechnung, und dann andererseits wiever die Preisver-schiedenheit, welche'die geographische Lage der Hüttenwerke undder Unterschied der Qualitäten bedingen, so leuchtet ein, daß esganz bedeutungslos und oberflächlich sein würbe, eine Durch-schnittsberechnung der Selbstkosten deutschen Roheisens aufstellenzu wollen. Bei Schottland oder Wales war so Etwas eher mög-lich, denn hier findet mitunter auf einigen Quadratmeilen undunter ganz gleichartigen Verhältnissen, eine jährliche Eisenproduk-tion von mehr denn 4 Millionen Centner statt, wie sie im Zoll-verein auf den aller ungleichartigsten Grundlagen über 85WQuadratmeilen zersplittert ist.
Eine Vergleichung der Lage unserer Eisenindustrie mit derdes Auslandes, muß also nothwendig in die Verhältnisse der ein-zelnen Haupteisendistrikte eingehen, in deren Innerem die Ver-schiedenheiten immer noch sehr groß sind. Wir beginnen mitder preußischen Eisenindustrie.
s. Was zuerst die geringfügige Produktion des branden-burgisch-preußischen Distriktes betrifft, so hat es kaum einenZweck, deren Verhältnisse zur ausländischen Konkurrenz zu unter-suchen, indem handelspolitische Maaßregeln nur auf allgemeinereGrundlagen gestellt werden können.
d. Dagegen findet sich im sch lesischen Hauptbergdistriktund namentlich in Oberschlesien , eine großartige Eisenerzeugungkonzentrirt, deren Verhältnisse bei der Entscheidung der Eisenzoll-