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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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bildung der Eisenindustrie im Allgemeinen, und da über-dies im Betrieb bei Coaks die Zukunft des Eisenhüttengewer-bes liegt, so stellt sich auch deren Entwicklung als Zweck dar,und die Beschränkung der Holzkohleneisenindustrie, welche alsFolge der inneren Konkurrenz und zu Gunsten der steigendeninländischen Coakseisenerzeugung eintritt, darf nicht beklagt wer-den. Der Schutzzoll wäre vielmehr gerichtet, wenn es seine Ten-denz oder Wirksamkeit wäre, den technischen und ökonomischenFortschritt zu hemmen. Es liegt aber auch gar nicht im Be-reich der Wirksamkeit mäßiger Schutzzölle, den inneren Verlaufeines solchen Prozesses aufzuhalten, selbst wenn dies die Ab-sicht des Gesetzgebers oder die Hoffnung der Betheiligten ge-wesen wäre. So gestattet z. B. die innere Konkurrenz dem schle-stschen Holzkohleneisen nicht, sich durchschnittlich mehr als 5 Sgr.pro Centner über dem Preis des Coaksroheisens zu halten; keineZollbestimmung, selbst keine Prohibition würde dieses Verhältnißmehr ändern können. Allerdings verknüpft man mit dem Schutz-zoll auch die weitere Absicht, eine Industrie vorzugsweise den Ge-genden zu erhalten, wo sie bisher sich eingebürgert hatte. Alleinhierauf kann eine Maaßregel der äußeren Handelspolitik immer nurindirekt wirken. So haben unsere Holzkohleneisendistrikte, wo dieProduktionskosten nicht bereits so niedrig sind oder die Qualitätdeö Eisens so hoch bezahlt wird, daß der Fortbetrieb auf dieDauer ohnedies gesichert erscheint, von dem Schutzzoll zunächstnur das zu erwarten, daß der Betrieb fortgesetzt werden kann,bis diejenigen Einrichtungen, Wege- oder Eisenbahnbauten u. dgl.durchgeführt sind, welche ihnen die Möglichkeit gewähren, bei Holz-kohlen fortzuhütten oder auf den Betrieb mit Coaks überzugehen,oder wenn beides nicht geht, mit möglichst geringem Verlust dieKapitalien aus dem Eisengewerbe herauszuziehen und ein anderesGewerbe zu ergreifen. Und selbst diesen indirekten Einfluß aufdie Lage unserer Holzkohleneisenindustrie ist der Schutzzoll nurauf eine beschränkte Zeit zu üben im Stande. Man kann denZweck und die Wirkung des Schutzzolls in Bezug auf die Holz-kohleneisenindustrie dahin erläutern, daß er ihre nöthige Umge-staltung, Beschränkung u. s. w. durch die Konkurrenz des inlän-dischen und nicht des ausländischen Coakseisens bewirken will.Die Eisenindustrie des Zollvereins naht sich mit starken Schritten