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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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180,860 Centner. Von dem zu 32,270 Thlr. angegebenenWerth der im Distrikt geförderten Eisensteine (meistens Rasenerz)läßt sich indeß noch kein Schluß auf die Kosten des zu 1 Ccnt-ner Roheisen erforderlichen Erzes ziehen, indem fast die gleichenQuantitäten an Braun- und Rotheisensteinen von der Lahn unddem Rhein her bezogen wurden.

Die wenigen in dem östlichen Theile des Bergdistrikts zer-streuten Holzkohlenhochöfen arbeiten unter sehr verschiedenen, durch-schnittlich indeß nicht unvortheilhaften, Verhältnissen. In demwestlichen Theile, namentlich an der Köln-Mindener Eisenbahnund der untern Ruhr, wo mit Coaks oder gemischtem Brenn-material gehüttet wird, ist aber offenbar eine der vorlheilhafiestenLagen, welche die Eisenindustrie in Deutschland hat. Es ist dieöoben (§. 8. 6.) schon im Allgemeinen dargethan worden. Abge-sehen von den Kohleneisensteinen, die in den letzten Jahren imHangenden und Liegenden der Kohlenflötze selbst entdeckt wordensind, so wie von den Rascnerzen-, Braun- und Thoneisensteinen,die sich in der Nähe finden, liegt auch in dem billigen Bezugder reichen nassauischen Erze, das genügendste Fundament füreine großartige Coakseisenindustrie. An den gelegensten Stellendes Ruhrkohlenreviers können jetzt bereits diese Erze zu 1315Sgr. auf den Centner Roheisen bezogen werden. Dabei eignensich die Ruhrkoaks außerordentlich gut zum Verhütten und erfor-dern ohnedies die reichhaltigen, leicht schmelzbaren Lahnerze wenigBrennmaterial. Wenn also auch an der Ruhr die Fettkohle etwasmehr kostet, als die magere Kohle Oberschlesiens , so ist auch inletzterem Distrikt eine ganze, an der Ruhr etwa nur ^ TonneSteinkohlen auf 1 Centner Roheisen erforderlich, so daß dasBrennmaterial bedeutend billiger als in Schlesien kommt. Unterdiesen Umständen bedarf es keiner besondern Berechnung, umnachzuweisen, daß der Zoll von 10 Sgr. für die Verhältnisse deöwestvhälischen Bergdistriks vollkommen genügt. Ja, wenn es sichim Zollverein blos um diesen Distrikt Handelle und weiter keineVerhältnisse zu berücksichtigen wären, so könnte sogar der Satzvon 5 Sgr., wie er bis 1. Januar 1852 gegen Belgien bestand,als genügend erachtet werden.

e. Der fünfte preußische Hauptbergdistrikt, der rheinische,produzirte im Durchschnitt der fünf Jahre 18^z 1,108,785 Ctr.