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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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an Roheisen, Rohstahleisen und Gußwaaren aus Erzen. Sehenwir von der verhältnißmäßig geringen Ein- und Ausfuhr vonErzen ab, so hat jene Hochofenproduktion nach der amtlichenSchätzung für 334,382 Thlr. Erze jahrlich konsumirt, was41,57 Sgr. auf den Centner Roheisen ausmacht. Nach einerDurchschnittsberechnung erhöht sich dieser Betrag durch eine Erz-sracht von K Sgr. auf 17^ Sgr. Eine Schätzung des Ober-Bergamtes zu Bonn vom Jahre 1848 stimmt hiermit überein,indem sie 18tz Sgr., mit Einschluß der BergweMbestcuerung,annahm, die bis zum 1. Februar 1851 mindestens 1 Sgr. undjetzt etwa noch H Sgr. auf den Centner Roheisen ausmacht.Mit dem ihm an Bedeutung zunächst stehenden Bergdistrikt, demschlesischen verglichen, stellt sich sowohl der Preis des Erzes alsauch der Kohlen etwas höher, allein dies wird ungefähr durchdie bessere Qualität und verhälinißmäßig höheren Preis, sowiedurch die günstigere kommerzielle Lage ausgeglichen, so daß voneiner nachtheiligeren Stellung im Allgemeinen wohl nicht die Redesein kann. Mindestens liegt in den ökonomischen Grundlagender rheinischen und schlesischen Eisenindustrie kein solcher Unter-schied begründet, wenn erstere auch thatsächlich durch handelspoli-tische Maaßregeln, den belgischen Vertrag in stärkeremGrade benachlheiligt worden ist als letztere.

. Der rheinische Bergdistrikt ist indeß so ausgedehnt und dieLage der einzelnen eisenerzeugenden Gegenden so verschieden, daßeine allgemeine Vergleichung kaum zulässig erscheint.

Wir beginnen demgemäß mit dem Bergamtsbezirk Siegen.

Bis vor 12 Jahren, wo die Konkurrenz des ausländischenCoakseisens sich fühlbar zu machen begann, war die Lage desHolzkohleneisendistriktes der Kreise Siegen, Olpe und Altenkircheneine der besten in Deutschland . Dies Verhältniß hat sich seitdembedeutend geändert und in den kritischen Jahren 1842 bis 1844machte sich die Nothwendigkeit einer Roheisenbesteuerung hier umso stärker geltend, als mit dem allmäligen Eingehen der Holz-kohleufrischerei fast die ganze Produktion als Roheisen nach denPuddlingwerken des RuHrkohlenreviers verführt werden mußte,wo sie auf's Schärfste mit dem schottischen und belgischen Coaks-eisen zu konkurriren hatte. Erst in den letzten Jahren ist durchdie Errichtung von Puddlingöfen die Stabeisenproduktion und