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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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20 Sgr., und für Brennmaterial von 10 Sgr. bis 1 Thlr. -,auch in den Generalkosten (worunter hier überall die Kosten fürFlußmittel, für Rosten der Erze, die Löhne, Zinsen u. s w. einbe-griffen sind) liegen Differenzen von 8 bis zu 12 Sgr., je nachder Ausdehnung der Werke. Vielfach trifft nun allerdings mitden höheren Selbstkosten auch eine bessere Qualität des Roheisenszusammen, die aber höchstens eine Ausgleichung bis zu 7? Sgr.pro Ctr, bewirken kann. Als Resultat ergiebt sich, daß der Nor-malsatz von 10 Sgr. bei gleichmäßiger Geltung genügt habenwürde, daß aber unter Einwirkung der niedrigeren Besteuerungbelgischen Eisens die Holzkohleneisenerzeugung in den letzten 4Jahren sast durchgängig mit effektivem Schaden betrieben wordenist, während für die Coakseisenindustrie mindestens der Anreizzur weiteren Ausdehnung abgeschnitten wurde.

Ebenso wenig wie aber unsere Zollgesetzgebung in der an-geordneten Besteuerung des Roheisens von 10 Sgr. pro Ctr.,über die durchschnittliche Gleichstellung der in- und ausländischenConkurrenz hinausgegangen ist, ebenso wenig hat sie die Tendenzverfolgt, der inländischen Produktion auch in den Gegenden desZollgebiets den Absatz zu sichern, welche für den Bezug vomAusland besonders günstig und sür die inländischen Eisendistriktebesonders ungünstig liegen. Hierhin gehören im Zollverein ganzbesonders die Provinzen Pommern, Ost- und Westpreußen , woes natürlicherweise eines weit höheren Zolles als 10 Sgr. be-dürfen würde, um schlesisches mit britischem Roheisen gleichzustellen.

2. Saiern.

Gehen wir nach dieser Besprechung der Eisenerzeugung Preu-ßens zu den übrigen Vereinsstaaten über, so finden wir, daß siezwar in ihrer geographischen Lage und der dadurch bedingtenhöheren Fracht des ausländischen Eisens, einen stärkeren Schutzgegen die Mitbewerbung Großbritanniens und Belgiens genießen,daß dieser Vorzug sich aber im Ganzen durch ungünstigere Pro-duktionsverhältnisse mehr als ausgleicht.

Es ist um so schwieriger, die Lage der Eisenindustrie in denaußerpreußischen Vereinöstaaten zu untersuchen, als sie sich sehrselten in bestimmten Distrikten konzentrirt findet. Die meisten