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Werke liegen vielmehr ganz zerstreut im Lande umher, wie siegerade der Holzüberfluß oder das örtliche Bedürfniß zu einerZeit hervorgerufen haben, wo noch von einer ausländischen Con-kurrenz keine Rede war, und in den schlechten Kommunikations-mitteln für jedes einzelne Werk gleichsam ein Schutzzoll gegendie Mitbewerbung anderer inländischer Werke lag.
Die Verhältnisse der Eisenerzeugung in Baiern rechts desRheins sind bereits oben kurz besprochen. Die Hüttenwerkein Mittel- und Ober-Franken und Oberpfalz arbeiten theilweisenicht unter ungünstigen Verhältnissen, und haben namentlich dieHolzkohlen nicht übertheucr (die Holz-Preise sind allerdings imSteigen begriffen), allein die technischen Einrichtungen sind mitAusnahme weniger Werke ziemlich zurückgeblieben, so daß dieSelbstkosten des Produkts doch sehr hoch kommen. Von manchenHütten ist zu erwarten, daß ihre Besitzer sie mit der Zeit ein-gehen lassen werden, anstatt sie mit großen Kosten umzubauen,und dürfte zu Letzterem auch nicht überall zu rathen sein, indembei der Unmöglichkeit, auf Coaksbetrieb überzugehen und bei vor-aussichtlichem weiteren Steigen der Holzpreise, auch bei den größtenAnstrengungen und unter Voraussetzung der besten Einrichtun-gen und der vorzüglichsten Leitung, die Fortsetzung des Betriebsnicht allen Werken möglich sein wird. Berechnungen über dieHöhe des Schutzbedürfnisses würden auf einem so ungleichen Bodenohnedieß schwierig sein. Wir verzichten indeß speziell darauf,um nicht den Vorwurf zu verdienen, Verhältnisse zum Anhalt-punkt genommen zu haben, die zu einem guten Theil durch einZurückbleiben hinter den technischen Anforderungen der Neuzeitverschuldet worden sind.
In Baiern links des Rheins sind die Werke fast ohne Aus-nahme nach den neuesten Methoden eingerichtet. Das-Schmelz-material kommt hier durchschnittlich sehr theuer; die ziemlichmageren Thoneisensteine der Pfalz kosten auf den Hütten durch-schnittlich 7-5 Sgr. pro Ctr., und die nasfauischen Rotheisensteine,die man zur Verbesserung der Qualität zusetzt, bis zu 13 Sgr.pro Ctr. Es folgt hieraus, daß das Schmelzmaterial im Durch-schnitt gegen 24 Sgr. und noch mehr auf den Centner Roheisenkosten muß. Dazu hat kein Werk die Holzkohlen unter 20 Sgr.auf den Centner Roheisen, so daß man die Selbstkosten im Mi-