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Sgr. EingangSzoll, in Braunschweig etwa Thlr. 14. 3^ Sgr.stand, wo das Eisen aus dem Harz durch die Fracht erhöht min-destens 18 Thlr. kostet. Ein Zoll von 10 Sgr. muß also fürdie Braunschweiger Verhältnisse als Minimum angesehen werden-
9. Nassau.
Die Eisenerzeugung deS Herzogthums Nassau ist gleichfallsnur auf die Verwendung der Holzkohle beschränkt. Die im nörd-lichen Theile, ick Dillthale, gelegenen Hütten arbeiten unter ähn-lichen Verhältnissen wie das Siegerland und Oberhessen, und ver-führen auch den größten Theil ihrer Produktion an Masseleisennach der gleichen Richtung, nämlich den Puddlingwerken der Ruhr.Die Erze sind hier durchschnittlich billiger; dagegen ist die Lagein Bezug auf den Absatz ungünstiger als die von Siegen, indemdurchschnittlich 4 bis 5 Meilen Landsracht mehr zu tragen sind.Der vorzüglichen Qualität des nassauischen Eisens halber zahlenindeß die Abnehmer in der Regel denselben Loco-Preis wie inSiegen. Ja auf den Werken näher am Rhein , von wo dieFrachten niedriger sind, erhält der Produzent wohl noch 1 Thlr.pro 1000 Pfd. mehr als in Siegen.
Die Hütten im südlichen und westlichen Theil, namentlichan der Lahn , haben hohe Holzkohlenpreise. Dabei bringt es ihreLage in der Nähe schiffbarer Flüsse und in dichtbevölkerten Ge-genden mit sich, daß die Kohlenpreise sich sehr wenig nach densinkenden Eisenpreisen richten, indem der Preis des Holzes vonden sonstigen zahlreichen Verwendungszwecken bestimmt wird undziemlich stabil ist. In Siegen z. B., wo die Forstkultur zu einemgroßen Theil auf den Hüttenbetrieb fußt, besteht eine weit größereElasticität der Holzkohlenprcise. Bei steigenden Preisen steigensie allerdings, und lassen so dem Hüttenbesitzer einen verhältniß-mäßig geringeren Nutzen, allein bei sinkenden Eisenpreisen fallensie ebenfalls — wenn auch nur bis zu einem gewissen Punkt —und lassen den Haubergbesitzer den Schaden mit dem Hüttenbe-sitzer theilen. In diesen Verhältnissen ist es hauptsächlich begrün-det, wenn man die Lage der nassauischen Hütten, trotz der sehrbilligen und reichhaltigen Eisensteine, für nachtheiliger erklären