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muß, als die der benachbarten preußischen Eisendistrikte, und daßdie von Nassau ausgegangenen Anträge auf Erhöhung des Roh-eisenzolls in den Verhaltnissen wohl begründet waren. In denletzten Jahren war die Lage der nassauischen Roheisenproduzentenum so trauriger, als die Einwirkung der belgischen Konkurrenzihnen nicht blos die Preise enorm herabdrückte, sondern auch dasgewohnte Absatzgebiet nach den rheinischen Puddlingwcrken fastganz abschnitt. Dieser Nothstand hat im vorigen Jahre zurGründung eines nassauischen RoheisenvereinS geführt, von demsich die Theilhaber günstige Einwirkungen auf den Absatz unddie Erzielung eineS Preises versprechen, der wenigstens die Selbst-kosten deckt.
10. Luxemburg.
Im Großherzogthum Luremburg sind die Grundlagender Holzkohleneisenerzcugung im Allgemeinen denen ähnlich, welchein dem belgischen Theile des Großherzogthums bestehen. Die Ge-winnung der Erze kostet sehr wenig. Nur stehen die Holzkohlenim deutschen Theile bedeutend höher als dort, indem bei dem ge-ringen Ausfuhrzoll von 2^ Sgr, pro Centner der ErPort nachFrankreich sehr bedeutend geworden, ist und die Preise gesteigerthat. Auch sind überhaupt in dem belgischen Theil von Lurem-burg größere und dichtere Wälder, bei verminderter Gelegenheitdas Holz zu verwerthen. Der deutsche Theil ist überdies höchstungünstig in Bezug auf Absatz seines Fabrikats gelegen, undda nun auch das luremburgische Eisen aus den mmergis cl'glluvionseiner Qualität halber geringer bezahlt wird, als sonst bei Holz-kohleneiscn durchschnittlich der Fall ist, so steht die Eisenproduktionim deutschen Theile des Großherzogthums, trotz des Zolles von5 Sgr., keineswegs günstiger als im belgischen Theile, wo sie mitdem Coakseisen frei konkurriren muß. Die Preise standen 1845bis 1850 für kr fort 14 Fr. pro 100 Kil. (Zhlr. 17. 13 Sgr.pro 1000 Pf?.) und ler tencire Fr. 11. 40 Cent. (Thlr. 14, 5 Sgr.pro 1000 Pfd.); im Jahre 1851 noch niedriger. Nur wenigeWerke vermögen dazu das Roheisen herzustellen. Dabei war nichteinmal Absatz zu finden, so daß man sogar zu weit billigern Prei-