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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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seil bis nach Weftphalen hin verkauft hat, während sonst die Saar und Mosel die Hauptabsatzpunkte sind. Ein Zoll von 10 Sgr.würde dagegen für die luxemburgischen Verhältnisse vollkommengenügen.

11. Thüringen .

Die in den thüringischen Fürstenthümern zerstreute Holzkohlen-eisenindustrie hat durchschnittlich tkeuere Erze, und der Preis derHolzkohlen, obgleich früher billig, ist im Steigen begriffen. Derdortige Hüttenbetrieb erhielt sich bisher hauptsächlich durch seineVerbindung mit dem lokalen Bedarf der Eisen- und Stahlwaarenund Gewchrfabnkarion, Augenscheinlich ist die thüringische Eisen-industrie in ihrer gegenwärtigen Lage im höchsten Grade schutz-bedürflig, Eine Berechnung soll aber auf deren Verhältnisse nichtbasirt werden, indem meistens ein höchst unökonomischer Betriebbei ganz veralteten Einrichtungen stattfindet. Gut eingerichteteHochöfen produziren keineswegs unter ungünstigeren Verhältnissenals Schlesien oder die Rheinprovinz , und können beim Zoll von1l) Sgr. bestehen. Es ist schon oben erwähnt, daß uns keinesicheren Data zu Gebote stehen, um über die Verhältnisse einerin Thüringen ins Leben zu rufenden Coakseisenindustrie urtheilenzu können. In kommerzieller Beziehung wenigstens wäre ihreLage sehr günstig.

12. Die übrigen Gebiete.

Von der geringen Produktion der übrigen kleinen Staatendes Zollvereins , Waldeck, Anhalt, Birkenfeld u. f. w., kann imAllgemeinen gesagt werden, daß ihre Verhältnisse keineswegs gün-stig, indeß auch nicht vorwiegend ungünstig sind.

Hiermit die Erörterungen über die gegenwärtige Lage derverschiedenen Vereinsländischen Eisendistrikte schließend, wird jedermit den Verhältnissen Vertraute anerkennen müssen, daß alle Be-rechnungen der inländischen Selbstkosten eher zu niedrig als zu hochgegriffen sind, und daß nirgends auf die Konkurrenzunfähigkeit Rück-