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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
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Die Gelegenheit zur Probe, ob der Vertrag vom 1. Sep-tember 1844 der inländischen Eisenindustrie keine wesentlich schär-fere und ihre Entwicklung beeinträchtigende Konkurrenz bereitethabe als sie von Schottland beim Zoll von 10 Sgr. ausgeht,gab aber bald darauf das Jahr 1848, wo die Preise wieder aufdas ungefähre Niveau des Jahres 1843 fielen. Die Erfahrunghat nun unwiderlegbar bewiesen, daß die Unterstellungen, welchejene Begünstigung belgischen EisenS motivirt hatten, unrichtigwaren, beziehungsweise daß sich eine thatsächliche Aenderung derfrüheren Verhältnisse der belgischen Konkurrenz zur schottischen ent-wickelt hat.

Betrachten wir die Preisverhältnisse, wie sie seit 4 Jahrenbestehen. Belgische tonte o"k>llm»Ak! kostet frei in Lütlich auf dieWaggons gelegt 7 z bis 7z Fr. pro 100 Kil. oder Thlr. 9. 1 Sgr.bis Thlr. 9. 16 Sgr. pro 1000 Pfd. Zuzüglich des Eingangs-zolls von Thlr , 1. 16^ Sgr,, und einer durchschnittlichen Fracht(nebst Spedition, Abladekosten u> s. w.) von 26 Sgr., stellte sichdemnach das Roheisen auf den Puddlingwerken der rheinischenEisenbahn von Thlr . 11. 13Z Sgr. bis Thlr. 11, 28^ Sgr. pro1000 Pfd. Als Durchschnittspreis, der seit 3 bis 4 Jahren vonjenen Werken gezahlt worden ist, darf man Thlr . 11. 20 Sgr.annehmen. In Glasgow wechselten seit Anfang 1848 bisFebruar 1851 (seitdem stehen sie niedriger) die Preise für gemischteNummern von 42 bis 46 sk. pro Ton oder von Thlr. 6. 19 Sgr.bis Thlr. 7. 8 Sgr. pro 1000 Pfd. Die Frachten von dort nachHolland haben in den letzten Jahren von 12z bis 18 «I>. proTon, und von Holland nach Cöln (Rheinoctroi einbegriffen) von5 Fl. bis 9 Fl. von der Last gewechselt. Nimmt man dort 14 sk.und hier 6 Fl. als Durchschnitt, und rechnet ungefähr 10 Sgr.pro 1000 Pfd. für holländische Speesen, Assekuranz u. s. w. hinzu,so stellt sich die Beförderung von Glasgow nach Cöln auf etwaThlr . 3, 12z Sgr., und nach den Puddlingwerken an ver rhei-nischen Eisenbahn auf mindestens Thlr . 4. 5 Sgr. pro 1000 Pfd.Zuzüglich des Eingangszolls von Thlr . 3. 3z Sgr. (10 Sgr.vom Zoll-Centner) stellte sich also hier das schottische Roheisenauf Thlr. 13. 27z Sgr. bis Thlr. 14. 16z Sgr., oder im Durch-schnitt auf etwa Thlr. 14. 7z Sgr. Da nun belgisches Roh-eisen, wie vorerwähnt, gleichzeitig nur Thlr. 11. 20 Sgr. kostete,