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welche links des Rheins an der rheinischen Eisenbahn und rechtsdes Rheins im Steinkohlenrevier der Ruhr liegen.
Vor dem Vertrage von 1848 ging belgisches Roheisen nurin höchst unbedeutenden Quantitäten nach dem rechten Rhein-ufer. Die Puddlingwerke an der rheinischen Eisenbahn verar-beiteten es aber damals schon fast ausschließlich und es war mehrAusnahme als Regel, wenn schottisches Eisen wohlfeiler dorthinzu beziehen war als belgisches von Lüttich . Schon die geogra-phische Lage gewährte also Belgien einen Vorzug in der Ver-sorgung dieser Werke, so daß es keines besonderen Unterschieds-zolles bedürfte, um es hier mit der britischen Konkurrenz gleichzu stellen. Auf dem Wege über Antwerpen möchte schottischesEisen allerdings besser konkurrirt haben, allein diesen Bezug ver-hinderte das höchst ungerechtfertigte belgische Transitverbot fremdenEisens, so daß die erwähnten Puddlingwerke britisches Eisennur über Köln beziehen konnten.
Was dagegen die Puddlingwerke auf dem rechten Rheinuferbetrifft, so kam denselben vor 1844, im Vergleich zu den links-rheinischen Puddlingwerken, das belgische Eisen um so viel theu-rer und das schottische um so viel wohlfeiler, daß sich im Durch-schnitt eine Differenz von 1 Thlr. bis Thlr. 1.15 Sgr. zu Gun-sten des letzteren herausstellte.
Wie also zur Zeit des Vertragsschlusses das Sachverhält-niß lag, mußte die vorgenommene Begünstigung belgischen Roh-eisens demselben sofort für den Absatz nach dem linken Rheinufereinen unbedingten Vorzug und zwar um den vollen Betrag desUnterschiedszolles von 5 Sgr. pro Centner (oder Thlr. 1. 16^Sgr. pro 1V00 Pfund) vor der britischen Mitbewerbung sichern,während für den Absatz rechts des Rheins diese Begünstigungdie Konkurrenzverhältnisse ungefähr ins Gleichgewicht brachteoder doch Belgien nur unbedeutend bevorzugte.
Die drei ersten Jahre, welche dem Vertragsschluß folgten,waren der Eisenindustrie günstig. Die Wirkungen deS Vertragsließen sich zwar augenscheinlich in dem steigenden Verhältniß derZufuhren aus Belgien erkennen, allein da die Eisenpreise imAllgemeinen hoch standen, so hatte dies auf die Entwicklung undkommerzielle Lage der diesseitigen Eisenindustrie keine nachtheiligeEinwirkung.