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welche ausländisches Roheisen verarbeiten, haben jenes direkte In-teresse am Roheisenzoll nicht. Ja es hat auf den ersten Blickden Anschein, als wäre derselbe ihrem Interesse entgegen, indemdie freie Einsuhr des inländischen Roheisens sie in Stand setzenwürde, desto leichter mit dem in- und ausländischen Stabeisenzu konkurriren. Wir werden übrigens weiter unten erörtern, wiekurzsichtig eine derartige Auffassung wäre, indem die Zukunft derWerke, welche bis jetzt ausländisches Roheisen verarbeiten, lediglichin ihrer unmittelbaren Verbindung mit der Roheisenerzeugung zusuchen ist. Allerdings bleibt aber das Interesse der ersten Klassein weit intensiverer Weise mit dem Roheisenzoll verbunden alsdas der zweiten-
Daß nun der Stabeisenzoll von Thlr . 1. 15 Sgr. bei einemNoheisenzoll von 10 Sgr. vollkommen genügt, ja, daß er unver-hältnißmäßig höher schützt, bedarf nicht erst der Erörterung.
Die rasche Entwickelung unserer Stabeisenfabrikation undihr Vorauseilen über den durch die inländische Roheisenerzeugungbedingten Umfang bezeugt dieß im Allgemeinen. Als ein charak-teristischer Beleg dafür, ist auch das Aufkommen der Steinkohlenfri-scherei in vielen Holzkohleneisendistrikten zu betrachten, während derUebergang zum Coakshüttenbetrieb dort noch nicht stattfinden konnte.Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, daß neue Hochofenanlagennicht so schnell entstehen können als Frischereien, und daß dieserUmstand ebenfalls auf das langsame Fortschreiten der erstereneingewirkt hat.
Es sind Gründe genug vorhanden, die es bedauern lassen,daß man nicht schon im Jahre 1844, oder schon früher, durchhöhere Normirung des Roheisenzolls der Entwickelung der Eisen-industrie eine veränderte Richtung zu geben suchte, indem es weitnaturgemäßer erscheinen muß, den Hochofenbetrieb bei Coaks derSteinkohlenfrischcrei voranschreiten zu lassen, als umgekehrt- Alleinda unsere ganze Vertheidigung der Eisenzölle gerade das Gege-bene, Vorhandene zur Voraussetzung hat, so können wir die Ar-gumente auch nur den thatsächlichen Verhältnissen entlehnen. Wiesich nun in Folge des bestehenden Verhältnisses zwischen demRoh- und Stabcisenzoll die Roh- und Stabeisenerzeugung in derThat entwickelt haben, läßt sich nicht in Abrede stellen, daß ge-genwärtig (natürlich unter vollständiger Beseitigung des belgischen