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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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Differentialzolles) das Festhalten an dem Status quo der norma-len Eisentarifirung, welche die stattgehabte Entwickelung getragenhat, als das Räthlichste erscheinen muß.")

Es muß übrigens für jetzt noch als ebenso unräthlich er-scheinen, durch Herabsetzung des Stabeisenzollcs ein anderes Ver-haltiß zum Roheisenzoll herstellen zu wollen. Betrachten wir zudem Ende die Lage der Puddlingwerke> welche ausländisches Roh-eisen verarbeiten, zu dem bestehenden Stabeisenzoll.

Es ist klar, daß die Produktion dieser Werke gegen die derausländischen mit Hochofenanlagen unmittelbar vereinigten Pudd-lingwerke im Nachtheil steht:g) um den Betrag des Eingangözolls vom Roheisen;b) um den Mehrbetrag der Roheisenfracht gegen die des fer-tigen Stabeisens undo) um die sonstigen Mehrkosten stheureres Brennmaterial zc.)

bei der Verwandlung des Roheisens in Stabeisen, a. 1400 Pfd, britisches Roheisen auf1000 Pfd. Stabeisen gerechnet, so be-trägt der Zoll zu 10 Sgr. vom Centner Thlr. 4. 10 Sgr.acl b. Die Durchschnittsfracht von Schottland nach unsren Hauptverbrauchsplätzen wieoben zu 4 Thlr. gerechnet, so machtdie Mehrfracht von 1400 Ps. Roheisen

gegen 1000 Pfd, Stabeisen ..... 1. 18

e. Diese Kosten für das gewöhnliche Stab-eisen in Großbritannien zu 9 Thlr. an-genommen, stehen bei uns selbst aufden bestgelegensten Puddlingwerken min-destens auf 9 Thlr -, also M ehrkosten .. 3. -

Summa Thlr. 8. 28 Sgr.Da nun der Zoll Thlr . 1. 15 Sgr. pro Centner oderThlr. 14. pro 1000 Pfd. beträgt, so schien es hiernach als ob

') Die am 5. Mai 1851 in Kassel gestiftete große Vereinigung derVertreter aller Zweige der vereinsländischen Eisenindustrie sprach sich ingleichem Sinne für vollständige Beseitigung aller Begünstignilgen Bel-giens und Wiederherstellung der normale» Tarifirung aus.