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starke Konkurrenz von England her auszuhalten; vennoch mußder Zollsatz mäßigen Anforderungen genügen. Hierbei ist übri-gens zu bemerken, wie außerordentlich nachtheilig es im Jahre4842 eingewirkt hat, daß beim Anschlüsse Braunschweigs dasWeißblech und überhaupt die Eisenfabrikate aus dem Nachsteuer-tarif weggelassen worden waren. Bei der großen Differenz derSteuervereins- und Zollvereinstan'se konnte es nicht fehlen, ?aßgroße Mengen auf Spekulation eingeführt wurden. Daß dieRechnungen der Spekulanten theilweise fehlschlugen und die Preiseum mehr als die Differenz der Zollsätze herabgingen, vermehrtenur die traurige Lage der diesseitigen Weißblechfabrikation, indemihr Absatz und Preise auf lange Zeit hin verdorben wurden.Wir bringen dieses Faktum umsvmehr hier in Erinnerung, alsmit dem Anschluß Hannovers, wo von jeder Nachsteuer auf ge-meinschaftliche Rechnung Abstand genommen ist, ein gleicher Nach-theil für unsre Finanzen und unser Gewerbe in noch erhöhtemMaaße wiederkehren kann, falls nicht Mittel ergriffen werden,der massenhaften Anhäufung englischer Fabrikate im Steuerver-einsgebiet zuvorzukommen. Denn der Abstand der bisherigen Be-steuerung — gegen Thlr. 3. 7^ Sgr. pro Centner Weißblech —ist zu groß, um nicht zu derartigen Spekulationen zu reizen.
Für Draht ist der Zollsatz von 4 Thlrn. genügend, mitAusnahme des feinen Kratzendrahtcs und Stahldrahtes, wo derSchutz bei den feineren Nummern keine 10 Prozent des Werthesmehr beträgt. Insbesondere dürsten die Fortschritte der Fabri-kation feinerer Drähte in Altena, Gemünd u. s. w. genügendeVeranlassung bieten, die bisherige, auf privative Rechnung ge-währte, Ermäßigung des Eingangszolls auf Kratzen- und Stahl-drähte aufzuheben.
Der Zoll auf grobe Gußwaaren mit 1 Thlr. pro Cent-ner ist zwar, bei gleichem Werth dieser Artikel mit Stabeisen,verhältnißmäßig weit geringer. Allein bei der Natur dieser Er-zeugnisse ist auch die Konkurrenz des Auslandes hauptsächlichnur in solchen Artikeln zu fürchten, die, wie z. B. Schienenstühle,in sehr großen Quantitäten verbraucht werden, während imUebrigen die Gußwaare sich in unzählige Sorten und Formenzersplittert, auch der Absatz der Gießereien größtentheils auf loka-len Verhältnissen beruht und die Nähe derselben für die Consum-