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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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a. Dänemark erzeugt nur ganz unbedeutende Quanti-täten Roheisen aus Raseneisenstein bei Rendsburg, Kopenhagen u. s. w. Die eigene Produktion Dänemarks kann höchstens zu15,000 Centner jährlich veranschlagt werden. Es bezieht sei-nen Eisenbedarf fast ausschließlich aus Schweden und England .Von letzterem Staate wurden 1849 226,340 Centner Eisen undEisenwaaren dorthin verführt.

d. Holland hat blos Eisenhütten im Luremburgischen,deren oben (§. 21.) beim Zollverein gedacht ist, wozu dieser Lan-destheil seit 1842 gehört. Holland bezieht seinen Eisenbedarfmeist aus England und demnächst aus Belgien ; auch Guß-,Eisen - und Stahlwaaren aus dem Zollverein.

c Die Schweiz besitzt im ganzen 12 Holzkohlenhvchöfen,die meistens deu Anforderungen der Neuzeit vollkommen entspre-chend eingerichtet sind. Insbesondere gehören einzelne Frischereien,mit Walzwerken versehen, zu den best eingerichteten, die eristiren.Das schweizerische Eisen ist von ganz vorzüglicher Qualität, vor Al-lem das im Nordwesten des Landes im Jura (Canton Bern undSolothurn) aus Bohnerzen dargestellte. Es hat eine außerordent-liche Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit, was die glücklich durchge-führte Verwendung für die feinsten Sorten Kratzendraht beweist.Unter Napoleon wurde viel schweizerisches Eisen, insbesondereaus Untervilliers im Jura, zum Behufe der Gewehrfabrikation,nach Frankreich bezogen. Die übrigen Eisenwerke liegen in denCantonen Wallis , St. Gallen und Schaffhausen.

Die Frischerei wird fast ausschließlich bei Holzkohlen betrie-ben; im Jura macht man neuerdings auch Versuche in Puddling-ösen bei Torf oder Gasen zu frischen. Es sind 30 Frischfeuervorhanden.

Die Angaben über die Produktion sind verschieden. Mül-ler rechnet 130 140,000 Centner, Franözini 200,000 Cent-ner, Herzog 240,000 Centner, Hartmann 288,000 Centner.Man wird indeß die jährliche Produktion eines Hochofens keinen-falls über 20,000 Centner annehmen können, und da durchschnitt-lich von den 12 vorhandenen 10 Hochöfen in Betrieb sind, sodürften 200,000 Centner als Marimum der Eisengewinnung zubetrachten sein. Die Produktion wird mit geringen Ausnahmenzur Stabeisenfabrikation verwandt.